Shakra - Back On Track - Cover
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Shakra Back On Track


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Unterm Strich bleibt bei „Back on track“ ein schaler Nachgeschmack.

Shakra werden mit dem Alter immer besser. Nun, vielleicht nicht gerade unbedingt, was die Qualität ihrer Alben anbelangt, aber rein umsatztechnisch klettern die Hardrock-Recken in ihrem Heimatland Schweiz mit jeder Veröffentlichung stetig bergauf und landeten mit „Everest“ (04/2009) auf einem respektablem 4. Platz. Das klare Ziel für „Back on track“ lautet daher klarerweise: Die Top 3 müssen geknackt werden! Der für den 2002 ausgestiegenen Pete Wiedmer eingewechselte Mark Fox ist allerdings bei dieser Mission nicht mehr mit an Bord, sondern hat sich bereits 2009 von Shakra verabschiedet. Den vakanten Sängerposten hat mittlerweile John Prakesh eingenommen und komplettiert somit das schweizerische Gespann, dem noch Thom Blunier (Gitarre), Thomas Muster (Gitarre), Dominik Pfister (Bass) und Roger Tanner (Schlagzeug) angehören.

Bedenken über fehlende Stimmgewalt oder mittelmäßiges Volumen in den Bändern winkt der indischstämmige Mikrophonschwinger bereits mit dem rein musikalisch bestenfalls mittelmäßigen Opener „B true B you“ locker ab, presst nach Belieben Rotz, Wasser oder andere Aggregatzustände aus seiner Lunge und fühlt sich auch sonst bei den Eidgenossen pudelwohl. Bis „Back on track“ jedoch auf allen Kanälen überzeugen kann, vergeht etwas Zeit. „I´ll be“ macht mit einer dichten Riffwand und unverschämt eingängigen Hookline zwar erste Schritte in die richtige Richtung, doch sowohl „Crazy“, als auch der Titeltrack gehören trotz flottem Unterbau zur Kategorie „Alteisen“ und der Versuch mit „When I see you“ einen hitparadenverdächtigen Schunkler unterzubringen, langweilt.

In härtere Gefilde zieht es die fünf Herrschaften dann mit „MMTWGR“ (Abkürzung für „Money makes the world go round“), der stampfende Rhythmus und eine kurze Solosession bleiben aber leider das Interessanteste am ganzen Song. Abgehackt geht es in „Yesterday´s gone“ weiter, das dezente Nu Rock-Anleihen aufwirft, sich aber ab der Hälfte im Kreis zu drehen beginnt, während „Someday“ immer wieder auf Disturbeds Song „Sons of a plunder“ zurückgreift (der Beginn ist nahezu ident, gerade einmal Drummer Wengren von den Amis spielt ein bisschen stärker an seinen Becken herum), was den Track für Kenner des „Originals“ regelrecht demontiert. Dann ist es endlich so weit und Shakra holen nach der unpeinlichen, aber reichlich unspektakulären Ballade „Lonesomeness“ die Knaller aus dem Keller und jagen sie durch den Äther.

„Unspoken truth“ ist jedenfalls definitiv eine dieser Nummern, an denen man sich nicht satt hören kann. Knackig und zeitlos tischen Shakra einen Instant-Bandklassiker hin, der in Zukunft das Publikum ausrasten lassen wird. Perfekt in allen Belangen! Das anschließende „Brand new day“ hinkt dieser meisterhaften Darbietung etwas hinten nach, doch die Schweizer zeigen dennoch, das sie mehr können als solide Hardrocker zu schreiben, die bei einem Ohr hinein- und beim anderen hinauswandern. Beim flott groovenden Abschluss „Stronger than ever“ legt der Fünfer zusätzlich einen hymnischen Chorus bei, der die besten Voraussetzungen trägt ein grandioser Stadionhit zu werden und den Vorzeige-Schweizern Gotthard mühelos das Wasser reichen kann.

Unterm Strich bleibt bei „Back on track“ jedoch ein schaler Nachgeschmack: Das erste Drittel kommt nur sehr schwer in Fahrt, im Mittelteil regiert beherzte Souveranität, mit der heutzutage kein Hering mehr vom Teller gezogen wird und dann dieses unglaubliche Foto-Finish. Ein wenig mehr Feinschliff und aus dem achten Longplayer der Eidgenossen wäre ein empfehlenswertes Album für alle Hardrock-Fans geworden. In dieser Form bleibt es lediglich eine durchwachsene Scheibe, mit der Shakra-Komplettisten nicht viel falsch machen können.

Anspieltipps:

  • I´ll Be
  • Someday
  • Unspoken Truth
  • Stronger Than Ever

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