One Man Army And The Undead Quartet - The Dark Epic - Cover
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One Man Army And The Undead Quartet The Dark Epic


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Als The Crown 2004 in die (vermeintlich) ewigen Jaggründe eingegangen sind, fackelte Reibeisenstimme Johan Lindstrand nicht lange und rief One Man Army And The Undead Quartet ins Leben. Bereits zwei Jahre später stand der Erstling mit Namen „21st Century killing machine“ (01/2006) in den Läden und auch mit den nachfolgenden Alben ließ sich der Schwede nicht gerade viel Zeit („Error in evolution“ erschien im März 2007 und „Grim tales“ im Oktober 2008), sodass die ungewöhnlich lange Zeitspanne zwischen dem letzten OMAATUQ-Output und der neuesten Langrille „The dark epic“ die Frage aufwirft, ob sich Lindstrand von den mäßigen Kritiken zur dritten Scheibe und der mittlerweile vollständig vollzogenen The Crown-Reunion (das Comeback hört auf den Namen „Doomsday king“ ) abschrecken hat lassen.

Wirft man jedoch gleichermaßen einen Blick auf die Trackliste und die Laufzeiten der einzelnen Songs und setzt diese in Verbindung mit dem Albumtitel, bleibt nur eine Erklärung für die Verzögerung: Lindstrand, Mikael Lagerblad (Gitarre), Mattias Bolander (Gitarre), Robert Axelsson (Bass) und Marek Dobrowolski (Schlagzeug) wollten etwas Unvergessliches schaffen. Eine Platte, die den Hörer in all ihren Facetten, angefangen beim Artwork, der Länge der Songs (der Schnitt liegt bei fast sechs Minuten pro Song), bis hin zum wuchtigen Inhalt aus Death Metal, sowie einer Prise Thrash, anspricht und als Instant-Klassiker in die Geschichte eingeht. Nun, hätte die einarmige Armee und ihr untotes Quartett wohl gerne gehabt!

„The dark epic“ überschätzt sich nämlich ganz gehörig bei der Strahlkraft seiner Kompositionen und bleibt über weite Strecken nicht mehr als übermotiviert. Geschlagene drei Songs („Stitch“, „The zombie syndrome (of acid and man)“, „Inside the head of god“) benötigt das Opus um überhaupt zu zünden und selbst nach dem vorzüglich-bitterbösen „Sandman“ und der blutdurstigen Groovewalze „The pleasure of slavery“ ist trotz des gelungenen Kopfnickers „Skeletons of Rose Hall“ und dem Death´n´Roller „Devil´s harlot“ die Luft raus. Erst das titelgebende Instrumental weiß seine mehr als 8 1/2 Minuten dramaturgisch auszukosten und darf sich wirklich als episch deklarieren. Mit „How I love to kill you“ gibt es zwar abschließend noch einmal einen vor den Latz, mehr als ein aufbrausendes Wiedersehen mit dem Killer nach dem eigentlichen Abspann schaut dabei allerdings nicht heraus.

Anhänger der frühen The Crown werden den Tag, an dem „The dark epic“ erscheint, mit ziemlicher Sicherheit verfluchen. Nicht weil das Album unterirdisch schlecht wäre oder das Potential der ansatzweise gelungenen Todesknüppel ungenutzt geblieben ist, sondern weil weder „Doomsday king“ noch „The dark epic“ wirklich überzeugen können. Vielleicht sollten sich die schwedischen Herrschaften der alten Zeiten Willen wieder zusammenschließen und One Man Army And The Undead Crown gründen. Einen Versuch wäre es wert!

Anspieltipps:

  • Dark Epic
  • Sandman Apocalypse
  • The Pleasures Of Slavery

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