Balzac - Judgement Day - Cover
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Balzac Judgement Day


  • Label: Gan Shin/Rough Trade
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bereits 1992 in Osaka gegründet, kann die japanische Band BALZAC auf eine lange Liste an Projekten (z.B. fünf Modelabels, Zusammenarbeit mit Sanrio mit dem Ergebnis einer Hello Kitty im Bandstyle) und natürlich eine entsprechend breit Discographie (vorliegend das 17. Studioalbum) zurückblicken. Einzig verbliebenes Gründungsmitglied, Sänger und Songwriter Hirosuke Nishiyama ließ sich schon immer von The Misfits inspirieren, was deutlich zu hören ist. Nicht uninteressant ist außerdem, dass die Japaner ihr Deutschlanddebüt 2004 als Support der Ärzte gaben. Mit Bela B. nahmen sie außerdem eine Split-Single auf, für die sie zwei seiner Songs mit englischen Texten coverten und für die Bela als Gegenzug einen ihrer Songs im japanischen Original coverte. Sowohl die Misfits wie auch die Ärzte werden auch in den Danksagungen des vorliegenden Albums „Judgement Day“ besonders erwähnt.

Nach zahlreichen Line-Up-Wechseln besteht BALZAC neben Sänger Hirosuke aus Atsushi Nakagawa (Gitarre), Akio Imai (Bass) und Takayuki Manabe (Drums). Vorliegend ist nun die deutsche Auflage des 2010 in Japan erschienenen aktuellen Longplayers des Punk-Quartetts. Bemerkenswert an der deutschen Edition sind allerdings die fünf in Japan nicht veröffentlichten Bonustracks sowie die Bookletgestaltung, die neben den in japanisher Schrift belassenen Originaltexten auch einige Übersetzungen beinhaltet.

Doch was erwartet den Hörer unter so epischem Titel? Richtig – eine Stunde BALZAC pur so wie man sie schon lange Jahre liebt. Es ist einmal mehr gepflegter Punkrock, diesmal ein wenig gewürzt mit kleinen Electroelementen, jedoch nicht auf dem langweiligen Niveau das man derzeit aus jeder Ecke zu hören bekommt. Hinzu kommt eine gehörige Portion gute Laune und genau der Funken Melodie in den Hintergrundvocals der den angenehmen Mitsingkontrast zu den harten Shouts und Growls von Hirosuke bietet. Dabei wird einem die nötige Abwechslung geboten, die auch ein so durchgängig schnelles Album nicht langweilig oder eintönig erscheinen lässt. Jeder Song hat seine ganz eigene Note, wenn auch die Jungs keine Sekunde wirklich vom Gas zu gehen scheinen. Einzig „Dark End“, einer der Bonus Tracks, fällt ein wenig aus der so angeschlagenen Marschrute, doch auch dieser kurze Ausflug auf eher popigere Wege tut dem Album keinen Abbruch sondern zaubert eher noch ein Schmunzeln auf die gedanklich pogende Hörerschaft. Was bleibt? Eine Band, die es einmal mehr geschafft hat, sie selbst zu bleiben und trotz neuer Gewürzzutaten genau das abliefert was die Fans erfreut.

Anspieltipps:

  • Blackened
  • Judgement Day
  • Dark End

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