The Disciplines - Virgins Of Menace - Cover
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The Disciplines Virgins Of Menace


  • Label: Kastellamedia/SOULFOOD
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ken Stringfellow ist wohl einer der meistbeschäftigten Musiker auf diesem Planeten. Neben seiner Solokarriere, der Mitarbeit bei R.E.M. und geschätzten 14 weiteren Bands, spielt er bei der norwegischen Garagenrockband The Disciplines. Das Debüt „Smoking kills“ wurde 2009 von der Presse sehr gelobt. Selten wurde Garagenrock gepaart mit Popmelodien und einer rotzigen Punkattitüde so stimmig kombiniert. Man darf also gespannt sein wie das zweite Album 2011 klingt.

Der Titeltrack „Virgins of Menace“ zeigt sehr deutlich die beiden Pole zwischen denen sich die Norweger bewegen. Auf der einen Seite straighter Rock, auf der anderen Seite liebliche Popmelodien, die sich ein ums andere Mal ins Ohr schmiegen. Während „Fate´s a strong bitch“ eher im Midtempo haften bleibt (wo sich Lydia Lunch im Track versteckt, bleibt offen), wird bei „For you I walked over the line“ die Bremse wieder gelöst. Ähnlichkeiten mit Motörhead sind hier nicht von der Hand zu weisen, aber welche Band des Genres würde sich nicht geadelt fühlen mit Lemmy Kilmisters Truppe in Verbindung gebracht zu werden?

Nach dem Totalausfall „Some kind of sickness“ schielen The Disciplines mit „Kill the Killjoy“ recht auffällig Richtung Charts. Allerdings variieren die musikalischen Zutaten dabei zumindest ein wenig. Sicherlich sind die Pop-Melodien sehr geschickt komponiert und kleben wie Honig im Ohr, auch die Garagenrock-Parts sind in ihrer Begrenztheit eingängig. Allerdings wird die Musik durch die vorhersehbaren Wechsel schnell langweilig. Erst mit dem hervorragenden „Everything forever (Pig wars)“, welches schmutzigen Bluesrock Marke ZZ Top mit vertrackten Rhythmen und Garagenrock verbindet, ist das Tal des unteren Mittelmaß durchschritten. Beim punkigen „Strange one“ wird dann sicher kein Publikum der Welt still stehen bleiben. Hier reißen Mr. Stringfellow und seine drei Mitstreiter einfach alles mit was sich ihnen in den Weg stellt.

Abschließend werden bei „AD/HD“ AC/DC und Danzig zitiert. Allein der Blitz im Songtitel und das D anstelle des C sind dafür schon visuell eine eindeutige Referenz. Das die Huldigung besagter Bands hervorragend funktioniert zeigt, das die Osloer ihr Handwerk sehr gut verstehen. Mit „Virgins of Menace“ ist den Disciplines kein zweites „Smoking Kills“ gelungen, dazu ist vor allem der Mittelteil zu schwach ausgefallen, allerdings ist die Band auch nicht gescheitert. Übrig bleibt ein durchschnittliches Album mit Höhen und Tiefen, welches mit knapp 33 Minuten genretypisch recht kurz ausfällt.

Anspieltipps:

  • Virgins of menace
  • Kill the killjoy
  • Everything forever (Pig wars)

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