Rebekka Karijord - The Noble Art Of Letting Go - Cover
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Rebekka Karijord The Noble Art Of Letting Go


  • Label: Lil Facit Records/CARGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch das dritte Album ist sich guter Kritik und lang anhaltender Freude sicher.

Skandinavien gilt geradezu als sichere Quelle für begnadete Sängerinnen, denen neben der gewissen nordischen Melancholie immer das Gespür für große Melodien und sich tief verankernde Songs inne wohnt. Irgendwo zwischen Anna Ternheim und Kari Bremnes befindet sich die Musik der Norwegerin Rebekka Karijord. Wie es sich für eine Musikerin mit Herzblut gehört, fand sie schon im frühen Kindesalter zu Violine und Piano, schrieb bald ihre ersten eigenen Stücke und als junger Teenager war bereits das erste Demo aufgenommen.

Im Alter von 17 Jahren konnte Rebekka Karijord ihren ersten, multinationalen Plattenvertrag für sich verbuchen und ließ sich mit ihrem Debütalbum „Neophyte“ (2003) Zeit, welche in einer kleinen Symphonie aus Klassik sowie Electronica Ausdruck fand. Zwei Jahre später schon wurde es in Form von „Good Or Goodbye“ schlichter und eher dem Pop zugeneigt. Dieser hat auch auf dem dritten Longplayer „The Noble Art Of Letting Go“ mit starkem Songwriting-Einschlag das Sagen, wird durch klassische Züge aufgewertet und begibt sich auf schmackhafte Jazz-Pfade. Nicht zu abgehoben, um schließlich ratlos vor den elf Songs stehen zu müssen und trotz der packenden Schlichtheit, dem Melodien-Reigen substantiell dicht gewoben.

Eröffnet wird das Werk von einem prickelnden Piano-Lauf, zu dem sich rhythmisch ausgearbeitet Percussions gesellen, Streicher dem Anlass angemessen tönen und die Stimme schon allein eine Pracht für sich ist. Fragilität und Durchsetzungsvermögen strahlt sie gleichmäßig aus, die durchdringende Schönheit immer im Schlepptau. Passend zur Feststellung, es weder mit reinem Songwriter-Pop noch mit deutlichem Jazz zu tun zu haben, aber so viel zwingender Freude mittendrin, singt Rebekka Karijord: „I´m not your lover, I´m not your friend. I´m something inbetween.“ Was sie auch immer sein mag, sie öffnet ihr Herz weit für dunkel Schwebendes wie dem Titeltrack oder „Dead On My Feet“, beherzt die Intimität in jeder Sekunde und kann doch so antreibend wie bei „Parking Lot“, welches abgedunkelten Swing ins Spiel bringt. Auch das dritte Album ist sich auf diese Weise guter Kritik und lang anhaltender Freude sicher.

Anspieltipps:

  • Parking Lot
  • Dead On My Feet
  • The Noble Art Of Letting Go
  • Life Isn´t Short At All

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