Edita - One - Cover
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Edita One


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 54 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt vielleicht immer noch Menschen, die nicht wissen, dass DSDS um Ex-Pop-Stern Dieter Bohlen nicht ursprünglich aus deutschen Landen stammt. Ähnlich ist es mit der Sendung „X Factor“, die von einer gewissen Edita Abdieski in der deutschen Uraufführung gewonnen wurde. Der große Erfolg blieb – wenig überraschend – aus und ein ähnliches Schicksal wie bei sämtlichen DSDS-Gewinnern und wie die Sendungen noch alle heißen, bleibt zu erwarten. Solange die Einschaltquoten und die Zahl der verkauften Debütalben stimmt, wird es allerdings weiter keinen stören. Wahrscheinlich glaubt auch Edita, dass sie mit ihrem Album „One“ den Unterschied macht, wobei hier schon der Titel an den Begriff One-Hit-Wonder erinnert.

Die Parallele zu Edita ist an und für sich alles Andere als negativ. Niemand Anderes als Leona Lewis gewann schließlich auch einst den „X Factor“ und hat ein Debüt abgeliefert, das sich gewaschen hatte. Aber vielleicht hat das auch einiges mit den Songschreibern und Produzenten hinter dem Künstler zu tun, denn von der lieblichen Lewis ist nur noch eine unentschlossene Sängerin geblieben, die verzweifelt versucht den Trends von Rihanna und Co. zu folgen. Edita überspringt einfach das tolle Debüt und nistet sich gleich mit Radiomusik aus der Konserve bei den Hörern zu Hause ein. Das Album „One“ ist das berühmte Beispiel eines mit Watte ausgestatteten (Klang-)Raum, an dem man sich unmöglich irgendwo stoßen kann.

Man kann das Album herauf und herunter hören. Der berühmte Fahrstuhleffekt stellt sich schnell ein und man kann entspannt kochen, bügeln, Büroarbeiten nachgehen oder sonstige Tätigkeiten vollführen, während das Album in unauffälligster Weise am Hörer vorbeirauscht. Von einem kurzweiligen Vergnügen zu sprechen ist ein zu großes Lob für Songs, die so austauschbar sind, dass es müßig ist, darüber zu sprechen. Man verlangt keine unmachbaren Leistungen von den ganzen Popsternen aus dem Fernsehen. Niemand erwartet weltbewegende Arrangements. Lady Gaga hat vorgemacht, dass man ansprechende Popmusik auch mit unverschämter Einfachheit ins Leben rufen kann. Dieser Effekt tritt allerdings in keinem Moment des Albums ein und so wird Edita ihre verbleibende Zeit von Ruhm damit verbringen sich mit abstruser Kleidung, verrückten Frisuren und sonstigen Kuriositäten irgendwie ins Rampenlicht zu spielen. Eine handvoll guter Lieder wäre wahrscheinlich effizienter.

Anspieltipps:

  • The Key
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