Dropkick Murphys - Going Out In Style - Cover
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Dropkick Murphys Going Out In Style


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Herr Ober, eine Lokalrunde Guinness bitte!

Drei Wochen vor St. Patrick´s Day gibt es die beste Einstimmung, die man sich für diesen, seit jeher recht flüssig begangenen Feiertag wünschen kann: Ein neues Album der Dropkick Murphys! Mit der längsten Pause zwischen zwei Longplayern („The Meanest Of Times“ (09/2007) ist schließlich schon fast 3 1/2 Jahre alt) melden sich die irischen Folk/Punkrocker zurück und vertrauen, wie sollte es anders sein, auf Geschichten aus der nach Amerika imigrierten Arbeiterschicht, die von Al Barr vorgetragen, lautstark-johlende Unterstützung durch eine hervorragend gelaunte Menge erhält. Experimente werden auf „Going out in style“, das sich um den standhaften, fiktiven Charakter Cornelius Larkin dreht, allerdings gar nicht erst an den Zapfhahn gelassen und bekommen bestenfalls eine schallende Backpfeife von einem mitgrölenden Hafenarbeiter, sodass die dreizehn dargebotenen, keltisch angehauchten Punkrock-Songs denselben Guinness-Promillestand wie eh und je zu verzeichnen haben.

Wem das zu viele Klischees auf einem Haufen sind, der ist mit dem siebten Shamrocker der Dropkick Murphys ohnehin an der falschen Adresse, denn der Inhalt von „Going out in style“ könnte klischeebehafteter nicht sein: Iren haben viele Kinder, hauen ihren Feinden (aus welchem Grund auch immer) gerne eins aufs Maul und am Abend geht es ins Pub, wo dann das eine oder andere Faß dran glauben muss. Obwohl: Interessiert doch eigentlich kein Schwein, worüber Barr und seine Mannen da eigentlich singen! Hauptsache der Spaßfaktor stimmt, die mehrstimmigen Gesänge laden zum Mitmachen ein und die Dudelsack- und Fidelparts gehen einem nicht binnen Sekunden auf die Nerven. Diesbezüglich kann definitiv Entwarnung gegeben werden, denn mit Ausnahme von „1953“ und „Sunday hardcore matinee“ herrscht in den neuen Kompositionen der Bostoner Jungs stets ein gesundes Gleichgewicht aus Folk, Punk, Rock und Gerstensaft.

Dafür benötigt es meist nur wenige Takte um die Beine in Bewegung zu versetzen, sich beim Nächstbesten einzuhaken und loszutanzen („Hang ´em high“, „Take ´em down“, „The hardest mile“). Abwechslung macht sich vorrangig durch das Tempo bemerkbar und dabei ist eigentlich egal, ob gerade brüderliche Schunkelei angesagt ist („Cruel“), melancholische Ehrerbietung („Broken hymns“), irische Leichtigkeit („Climbing a chair to bed“, „Memorial day“, „Deeds not words“) oder ein Traditional wie „The Irish Rover“ die Zügel in der Hand hält, die siebenköpfige Truppe verwandelt jeden Song stilsicher in ein brodelndes, vor Feierlaune berstendes Vehikel um ausgelassen durchs Wohnzimmer zu hüpfen und massenhaft Endorphine auszuschütten. Gemeinsam mit den Gastauftritten von Fat Mike (NOFX), Chris Cheney (The Living End), Lenny Clarke (Rescue Me) und Bruce Springsteen (sic!) in „Peg o´ my heart“ (ein bereits 1913 von Alfred Bryan und Fred Fisher geschriebener Song) und dem Titeltrack landen Dropkick Murphys erneut ein äußerst kurzweiliges, aber mit unglaublich authentischer Stimmung verziertes Machwerk. Herr Ober, eine Lokalrunde Guinness bitte!

Anspieltipps:

  • Memorial Day
  • Broken Hymns
  • Peg O´ My Heart
  • The Hardest Mile
  • Going Out In Style

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