New Found Land - The Bell - Cover
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New Found Land The Bell


  • Label: Fixe Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Folk und Pop, Herzschmerz und Aufbruch sind die Konstanten auf „The Bell“.

Multiinstrumentalistin und Mastermind hinter dem deutsch-schwedischen Gespann New Found Land ist Anna Roxenholt, die Schwedin mit Wahlheimat Berlin und für die Bedienung von Saxophon, Gitarre, Keyboard, Klavier sowie Percussions zuständig. Darüber hinaus gibt sie New Found Land ihre Stimme und wählt die Musiker/innen für ihr Projekt aus, welches 2009 mit „We All Die“ debütierte und von einem Duo zu einem mannigfaltigen Kollektiv heranwuchs. Da nun das zweite Album „The Bell“ auch in Deutschland erscheint, lohnt sich durchaus ein Ohr für ihren zuckersüßen Indie-Pop, der so unverkennbar schwedisch daherkommt, dass das namensgebende Neufundland schon ein Schmunzeln hervorruft.

Geographisch braucht der Hörer jedoch nicht vorgebildet zu sein, um beim eröffnenden Titeltrack und seinen vereinnahmenden Bläser-Fanfaren samt betörender Vibraphon-Hüpfer sogleich mitsummen zu wollen. Ungemein geschmeidig geht sich das also auf „The Bell“ an, von der stets im Vordergrund stehenden, tollen Stimme Anna Roxenholts einmal ganz abgesehen. Diese allein kann für sich schon punkten und überzeugt mit einigen Facetten, von denen jedoch die Gefühlvolle, Umgarnende am nachhaltigsten ist. Instrumental schweben die Melodien im Sekundentakt in die Songs, stets lieblich und mit vielen Details, um hier eine E-Gitarre und dort eine Tuba oder Posaune mit spürbar leichtfüßigen Arrangements aus der Reserve zu locken.

Wo ansonsten größtenteils das Midtempo regiert, kommt eine klassische Ballade wie „Stay With Me“ im Mittelteil nicht ungelegen, denn für den Glanz von New Found Land braucht es dort nicht viel mehr als eine Zeitlupen-Gitarre, Klavier und die glockenhellen Vocals. Am Ende gibt sich ein Saxophon-Solo die Ehre und rückt so tief in den Pop der Achtziger, dass kurz der Songwriter-Pop mit Hang zu Organischem und verschwommener Electronica im Hintergrund zu verschwinden droht. Doch weit gefehlt: Folk und Pop, Herzschmerz und Aufbruch sind die Konstanten auf „The Bell“, welches sich primär im oberen Drittel der Schweden-Pop-Liga bewegt, obgleich nicht alle Songs mit beherztem Ideenreichtum glänzen.

Anspieltipps:

  • The Bell
  • Human
  • A Storage Plan
  • In To Heaven

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