Bob Geldof - How To Compose Popular Songs That Will Sell - Cover
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Bob Geldof How To Compose Popular Songs That Will Sell


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Bob Geldof (59) dürfte inzwischen bekannter für soziales Engagement als für seine Musikkarriere sein, die immerhin Mitte der 70er Jahre mit der Gruppe The Boomtown Rats begann und ab 1986 als Soloact bis heute durchaus erfolgreich weiterging. Überstrahlt wurde Geldofs Kunst jedoch von seinem Einsatz für Amnesty International und als Initiator der „Band Aid“- und „Live Aid“-Projekte, um ein paar der bedeutendsten Verdienste zu nennen.

Für Kunst bleibt da nur wenig Zeit, sodass es kein Wunder ist, dass Geldofs letztes Studioalbum satte zehn Jahre zurückliegt (das düstere Werk „Sex, Age & Death“, 10/2001) und erst jetzt sein fünftes Solowerk mit dem offenbar ironisch gemeinten Titel „How To Compose Popular Songs That Will Sell” auf den Markt kommt. Ironisch deshalb, weil die Songs des Albums eben nicht einer imaginären Formel folgen und schon gar nicht in Richtung Radio und Charts schielen, obwohl sich Geldof und Band einiger bekannter Referenzen bedienen, die auf anderes schließen lassen könnten.

So schlängelt sich beispielsweise der auch einem Tarantino-Film entspringen könnende Opener „How I roll“ in die Nähe des Lovin-Spooful-Hits „Summer in the city“, während der offizielle Schlusssong „Here’s to you“ (es gibt danach noch einen Hidden Track!) nach einer Mischung aus U2-Melodie und Chris-Rea-Gitarrenspiel klingt. Verrückt, aber gut! Denn daraus generiert das traditionell von Geldofs altem Boomtown-Rats-Kumpel Pete Briquette (Tricky, The Frames, Tiger) produzierte Werk unter anderem seine Spannung.

„Blowfish“ serviert düsteren Gitarrenrock mit heftigem Blueseinschlag, während „She’s a lover“ auf Loops und Gitarrenlicks mit nur dezenter Bluesfärbung setzt. „To live in love“ ist Geldofs Version einer bittersüßen Ballade, ausgestattet mit einem wehmütigen Männerchor, Akkordeon, Geigen und Loops, die das Kopfkino auf Hochtouren bringt und vor dem geistigen Auge eine kleine Fischerkneipe auftauchen lässt, aus deren nur angelehnten Fenstern der melancholische Gesang auf die Straße hinausweht.

Weitaus fröhlicher, aber ein wenig mit Streichern überladen, ist dagegen „Silly pretty thing“. Da merkt man, dass Bob Geldofs Stärken heuer eher im schmutzigen Bluesrock („Systematic 6-pack“), folkigen Singalongs („Dazzled by you“) und unendlich traurigen Balladen liegen („Blow”), die „How To Compose Popular Songs That Will Sell” zu dem starken Album machen, dass die geneigte Hörerschaft nach zehn Jahren Pause auch mit Recht erwarten durfte.

Anspieltipps:

  • Blowfish
  • She’s a lover
  • Here’s to you
  • Dazzled by you

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