Children Of Bodom - Relentless, Reckless Forever - Cover
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Children Of Bodom Relentless, Reckless Forever


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Band, die derartig viele Stile in ihrem Schaffen unterbringt und dabei noch unverschämt erfolgreich ist wie Children Of Bodom, muss sich nicht selten mit Hohn und Spott auseinandersetzen. Bezeichnungen wie „chronische Geschmacksverwirrung“ für das scheinbar „ideenlose Gerüst“, das einem die fünf Finnen mit jedem Albums aufs Neue vorsetzen, mussten sich Fans über die Jahre mit anhören. Doch der Erfolg gibt Alexi Laiho (Gesang, Gitarre), Roope Latvala (Gitarre), Henkka Seppälä (Bass), Janne Wirman (Keyboard, Synthesizer) und Jaska Raatkainen (Schlagzeug) Recht und beständige Nummer 1-Platzierungen im Heimatland bzw. der 22.Platz in den amerikanischen Charts für das letzte Werk „Blooddrunk“ (04/2008) sowieso.

Demzufolge schneit nach dem halbgaren Coveralbum „Skeletons In The Closet“ (09/2009) mit „Relentless, reckless forever“ auch der siebte Streich der Finnen herein, der die Kritiker Lügen strafen und die Fans wie eh und je mit einer wahwitzigen Mischung aus Melodic Death, Power, Thrash, Black und Progressive Metal beglücken will. Das Ergebnis steht jedoch zu stark in der Tradition des Vorgängers und weiß nur mehr ansatzweise zu begeistern. Wuchtig arrangierte Passagen wechseln sich mit herrlich altbackenen Keyboard-Einsprengseln ab, die immer wieder von subtilen Synthesizer-Klängen umgarnt werden, während Sänger Laiho Gift und Galle spuckt und versucht die verschachtelten Elemente zu dirigieren und in eine sinnvolle Struktur zu pressen.

Das funktioniert dieses Jahr allerdings kaum bis gar nicht und abgesehen von einigen Lichtblicken präsentiert sich „Relentless, reckless forever“ als einziger Fleckerlteppich, der nie richtig in Fahrt kommt und flügellahm zwischen Bombast, drückender Produktion und knackigen Parts stecken bleibt ohne sich je für eine Seite zu entscheiden oder diese näher auszuführen. Das Argument, mit einer Children Of Bodom-Platte würde man etwas in Händen halten, was man sonst nirgendwo anders zu hören bekommt, kann bei Album Nummer 7 jedenfalls nicht greifen, denn „Relentless, reckless forever“ ist in seinen Grundzügen lediglich ein Produkt ambitionierter Selbstüberschätzung und unausgegorene Genreüberschneidungen gibt es mittlerweile einige. Bedauerlich, dass bei den Finnen bereits so früh der Winter der Mittelmäßigkeit hereingebrochen ist.

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