Symfonia - In Paradisum - Cover
Große Ansicht

Symfonia In Paradisum


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Symphonic-Metal-Fans aufgemerkt. Ein weiterer Geheimtipp der Szene hat einen vernünftigen Plattenvertrag unterschrieben! Die glückliche Band kommt aus Finnland heißt „Symfonia“ und versucht ein längst aus der Mode gekommenes Genre wieder zu beleben. 55 Minuten voller wilder Riffs, schnellem Schlagzeug und epischem Gesang. Da reiben sich Fans der Musikrichtung die Hände, während der Rest der Hörerschaft an diesem Special-Interest-Album ohne zu zucken vorbei gehen dürfte.

Timo Tolkki (Gitarre), Andre Matos (Gesang), Jari Kainulainen (Bass), Uli Kusch (Schlagzeug) und Mikko Harkin (Keyboard) befolgen von der ersten bis zur letzten Minute des Albums jeden vorgegebenen Handgriff des Genres. „In Paradisum“ ist Symphonic-Metal nach Vorschrift. Keine merkwürdigen Crossovers oder moderne Ansätze, sondern klassisch (wenn man dieses Wort mit einer Musikrichtung in Verbindung bringen darf) gespielter, melodischer Metal, der im Chorus mit Hymnen-Charakter und dazwischen mit für heutige Standards überlangen Riffs ein Mekka für Luftgitarrenspieler darstellt. Dazu kommt dann noch, dass das Keyboard mal als Orgel, Harfe oder halbes Orchester herhalten darf (Paradebeispiel hierfür ist der Titeltrack mit „Orchester“ und Chor).

Das Zauberwort für die neue Scheibe der Finnen ist Homogenität. Mit wenigen Ausnahmen kommt es einem vor, als würde man wieder und wieder dasselbe Lied hören. Fans des Genres wird das im ersten Durchlauf kaum als Schwäche auffallen, da das bedeutet, dass jeder Track mitsingbar ist, einen guten Refrain liefert und genau das ist, was man sich unter Symphonic Metal vorstellt. Spätestens beim dritten Durchhören fällt jedoch auf, dass es egal ist, ob man den Opener „Fields Of Avalon“, „Come By The Hills“ oder „I Walk In Neon“ hört, da jedes Lied genau dieselben Synapsen anzusprechen scheint. Ermüdungserscheinungen und Eintönigkeit sind hier leider nur eine Frage der (kurzen) Zeit.

Dagegen kämpfen einige Songs an. So sind zwei Balladen auf dem Album, die dem Hörer kurze Verschnaufpausen von der immer gleichen Struktur der Lieder geben sollen. Einmal klassisch dem Symphonic-Metal verschrieben strotzt „Alayna“ nur so vor Pathos, wogegen der Schlusstrack „Don't Let Me Go“ als Akustiknummer beinahe ein wenig aus dem Rahmen fällt, was bei der vorherrschenden Monotonie jedoch äußerst wünschenswert ist. Ansonsten ist da der bereits angesprochene Titelsong, der zwar in dieselbe Kerbe schlägt, wie das Gros der Lieder, dafür aber mit Chören und orchestral orientiert eine neue Stufe zu erreichen versucht.

Überhaupt soll es nicht so wirken, als würde wirklich jeder Song dem nächsten wie ein Ei dem anderen gleichen, doch die Parallelen sind teilweise doch frappierend und lassen keinen anderen Schluss zu. Gerne darf man auf differenzierte Riffs in „Pilgrim Road“ hinweisen und auch der nachdenkliche Zwischenteil von „Santiago“ erinnert fast schon an Progressive-Rock. Das ändert jedoch alles nichts daran, dass über die Hälfte des Albums schnell eintönig wird und nicht gerade zum sofortigen Wiederhören einlädt. Sicher kann man diese Platte immer mal wieder einlegen, doch nach der knappen Stunde ist dann auch erst mal wieder genug mit Symphonic-Metal.

Anspieltipps:

  • Fields Of Avalon
  • In Paradisum
  • Alayna

Neue Kritiken im Genre „Melodic Metal“
Diskutiere über „Symfonia“
comments powered by Disqus