Findus - Mrugalla - Cover
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Findus Mrugalla


  • Label: Delikatess/Broken Silence
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutschpunk ist tot? Nein, natürlich nicht. Allein, es sind keine Zeiten in denen es sich zu „punken“ lohnt. Zumindest scheint es so. Irgendwie, irgendwo, „irgendwann bringst du uns um“ heißt es zwar in „Dora Und Peter“, aber es scheint mehr so, als ob irgendwann aus den meisten Punks in Deutschland Anzugträger werden. Am Ende kommt jeder über die Runden und außer meckern ist nicht viel drin. Trotzdem darf man Ideale haben und gerade die Kunst hat sich als herrliches Sprachrohr für romantische Ideen geoutet. Findus versuchen als über Töne in unsere politisch eingestaubten Herzen zu finden, gehen bei ihrer Textwahl jedoch ähnlich kryptisch vor, wie die Parade-Band Turbostaat. Ist das Alltag, Politik oder Nonsens, wenn es heißt, „dass Duisburg jetzt die Hölle ist“? Provokation ist bestimmt auch dabei, aber darum geht es beim Punk doch auch, oder?

Der musikalische Aspekt von Findus ist mehr als schnell zusammengefasst. Die Lieder haben keine Überraschungen, sondern leben von ihrer Geschwindigkeit und dem angestrengten Gesang. Anti-Parolen werden gerufen und möchten dabei zum Bewegen einladen. Die Musik ist mehr das Mittel, um die Botschaften an den Mann zu bringen. Immer wirksam und druckvoll, solide gespielt und ins Blut gehend erfüllt die Musik ihren Zweck, wobei keine Melodie überdauert. Sobald ein Lied vorbei ist, verschwindet die Melodie aus dem Kopf und macht Platz für Neues. Da läuft der Text natürlich Gefahr ähnlich kurzweilig zu wirken.

Ansätze von mehr als bloßer Drei-Akkord-Musik lassen sich in „Delphine“ und „Hafencity“ noch am ehesten erahnen, aber bei Findus steht letzten Endes doch die Schnelllebigkeit der modernen Punkmusik. Meisterwerke sucht man dementsprechend vergebens, da Findus keine Themen finden, die einen vom Hocker hauen und auch die Musik nur auf gutem Niveau unterhält. Aber das ist Kritik gehobener Stufe. Zumindest kann man zu „Dora Und Peter“ und mindestens zehn weiteren der insgesamt vierzehn Lieder die Zeit kurz vergessen und gute Rockmusik genießen. Die perfekte Platte für zwischendurch, aber natürlich nur, wenn Punk mitsamt seiner rauen Seiten einem genehm ist. Wer nach mehr Kryptik und Interpretationsfreiraum sucht, der bleibt brav bei Turbostaat. Wer dagegen leicht zugänglichen Punk sucht schließt „Mrugalla“ schnell in sein Herz.

Anspieltipps:

  • Dora Und Peter
  • Was Dich Zerstört
  • Delphine

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