Papercuts - Fading Parade - Cover
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Papercuts Fading Parade


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Jason Robert Quever ist Mastermind der Papercuts und hat die Alben „Mockingbird” (2004), „Can’t Go Back” (2007) und „You Can Have What You Want” (2009) in seinem Homestudio in San Francisco aufgenommen. Quever komponiert, produziert, spielt eine Vielzahl an Instrumenten und singt. Sein vierter Longplayer markiert einen Wendepunkt, denn es ist sein erstes für das wohl bekannte Label Sub Pop und er ging für die Aufnahmen nach Sacramento und überließ einen Großteil der Produktion Thom Monahan (Beachwood Sparks, Vetiver, Au Revoir Simone). So blieb Quever mehr Zeit als Performer und Songwriter, die er auf „Fading Patrade“ positiv genutzt hat.

Papercuts Musikstil lässt sich am ehesten als Dreampop umschreiben, führt jedoch nicht ganz auf die richtige Fährte. „Fading Parade“ klingt als wäre eine Indie-Pop-Band von Phil Spector produziert worden. Streicher, Kalvier, Synthis, Mellotron, zwölfsaitige Akustikgitarren, analoges und digitales Gerät sowie Quevers Stimme finden einen Klangraum und werden zu einer Art modernen Wall Of Sound aufgebaut. Jeder Ton wurde mit melodieverliebter Leidenschaft eingespielt, die Sanftheit von Quevers Stimme schwebt und schwingt in diesem außerordentlichen Klangraum mit luftiger Leichtigkeit. Das ist letztendlich die Kunst der Papercuts, die vielschichtigen Klangwände leicht und weich zu inszenieren, sie in die richtige Songform zu gießen.

Dementsprechend sind die Titel geraten, neben der vom Klavier bestimmten Ballade »Winter Daze« finden sich das temporeiche und Album eröffnende „Do You Really Wanna Know“ oder verträumt-melancholische Songs wie „I’ll See You Later I Guess“ und „Chills“. Die zärtlich-verzweifelte Stimmung von „The Messenger“ und „Wait Till I’m Dead“ ist von einer atemberaubenden Schönheit, die sich auf den Hörer überträgt. Auf den Keyboardwellen von „White Are The Waves“ scheinen flackernde Kerzenlichter zu schwimmen. Und immer wieder jangeln die Gitarren wie auf „Marie Says You’ve Changed“ oder „Charades“. Auf nahezu alle Songs wurde viel Hall gelegt, nie war er besser aufgehoben als auf diesem Album.

Auf „Fading Parade“ wurde Quever von David Enos (Keyboard, Autoharp), Graham Hill (Drums) und Frankie Koeller (Bass) unterstützt, den gleichen Musikern, die als Papercuts Konzerte geben. Gemeinsam kreierten sie Songs, die zu fliegen und zu tanzen scheinen, in der Indie-Disco taugt dies zum Einstimmen oder zum Runterkommen, gute Songs für diesen Zweck sind gar nicht so einfach zu finden. Funktioniert natürlich auch am heimischen Abspielgerät: Ein Album zum Träumen, Nachdenken und melancholischen Schwelgen. Oder: Ganz wundervolle Popmusik ist das!

Anspieltipps:

  • Do You Really Wanna Know
  • I’ll See You Later I Guess
  • The Messenger
  • Winter Daze
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