Rival Schools - Pedals - Cover
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Rival Schools Pedals


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor nicht ganz zehn Jahren wirbelten Rival Schools mit Ihrem Debut „United By Fate“ aus dem Stand mächtig Staub auf. Na ja, so ganz aus dem Stand nun auch wieder nicht, denn Rival Schools waren von Anfang an eine kleine All-Star-Band, die sich aus festen Szenegrößen rekrutiert. Die Liste ehemaliger Spielwiesen ist dabei beeindruckend lang: Gorilla Biscuits, Quicksand, CIV, Iceburn und Burn sind dabei nur einige Namen, die hier genannt werden. Mit einer knallharten Hardcore-Sozialisation im Nacken schickten sich Rival Schools an, neue Felder zu erschließen und loteten die Schnittmenge zwischen Indie-Rock, Emo-Core und Post-Grunge aus. Das Ergebnis wusste zu überzeugen und machte Hunger nach mehr. Doch aus einem zweiten Album wurde erst einmal nichts und die Band war ziemlich schnell auch wieder Geschichte.

Die vier Mannen der Band waren in der Zwischenzeit jedoch nicht untätig. Gitarrist Ian Love wandelte beispielsweise auf Solopfaden und entdeckte sein Produzentenherz immer stärker für sich. Trommler Sammy Siegler wechselte unter anderem für ein Album in die Rhythmusfraktion von Narrenkappe Fred Durst bzw. Limp Bizkit und Oberrivale Walter Schreifels gründete die Band Walking Concert, die auch ein nettes Album veröffentlichte. Dann zog es Herrn Schreifels zeitweise nach Berlin. Es folgte eine Verbrüderung mit Olli Schulz, sowie ein richtig gutes Singer-Songwriter-Soloalbum des Rival School - Frontmanns, das letztes Jahr erschienen ist.

Nun ist es endlich soweit und mit „Pedals“ liegt das Zweitwerk der wiedervereinten Band vor. Dass es dazu kommen würde, zeichnete sich seit den ersten Reunion-Shows im Jahr 2008 ab, als sich wieder zusammenfügte, was auch zusammen gehört. So viel scheint in der Zwischenzeit gar nicht passiert zu sein, denn Rival Schools machen im Kern da weiter, wo sie aufgehört haben. Schnörkelloser, unkomplizierter und dabei sehr sympathischer, abwechslungsreicher Indie-Rock. Allein Songs wie „Wring It Out“, „Shot After Shot“ und „Eyes Wide Open“ transportieren eine Spielfreude und einen Hunger, wie man es bei derart gestandenen Rockern auch nicht immer erwarten kann.

Insgesamt umfasst „Pedals“ zehn Songs bei einer Spielzeit von knapp 35 Minuten. Gefühlt ist das Album jedoch noch einmal deutlich kürzer, weil es nie richtig langweilig wird. Und dass, obwohl es auch ein oder zwei schwächere Nummern wie „Choose Your Adventures“ und „The Ghost Is Out There“ gibt, bei denen man vermuten darf, dass sie den Test der Zeit wohl nicht bestehen werden. Macht aber nix, denn der positive Gesamteindruck des Zweitwerks wird dadurch letztlich nicht wirklich geschmälert, auch wenn im Vergleich zum Debut manchmal die Vielfalt, sowie stellenweise der Druck von „Used For Glue“, der exzellente Pop von „My Echo“, oder auch das kleine Drama von „Undercovers On“ fehlen. „Pedals“ macht auf jeden Fall unmissverständlich klar, dass es gut ist, dass die Band wieder am Start ist. „It’s not easy to start again“ singt Schreifels in „Wring It Out“. Stimmt doch gar nicht …

Anspieltipps:

  • wring it out
  • shot after shot
  • Small Doses
  • Eyes Wide Open

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