Across The Sun - Before The Night Takes Us - Cover
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Across The Sun Before The Night Takes Us


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Heilige Sachertorte! Bevor „Tipping the scales“ auch nur annähernd die 1-Minutenmarke überschreitet, hat man scheinbar schon alles gehört, was es über den neuesten Metal Blade-Zugang Across The Sun zu wissen gibt: Drummer Alan Ashcroft knüppelt auf den Fellen punktgenau in die Nackenmuskulatur, John Malloy legt den Grundstein für ein musikalisches Abrisskommando, Sam Hafer schleudert ein groovendes Riff nach dem nächsten aus seiner Axt und Keyboarder Shane Murray steuert den wahnwitzigen Part bei und flitzt über die Tasten als müsste er gleichzeitig für eine klassische Progrock-Band und ein symphonisches Orchester als Ein-Mann-Armee vorsprechen, während Brandon Davis mit seinem warmen Timbre die klar gesungenen Lyrics intoniert um im nächsten Moment das Biest in ihm zum Vorschein zu bringen und durchtriebene Growls aus den Lungen zu rotzen. Fazit: Rein in den Laden und kaufen!

Nun, so einfach machen es einem Across The Sun dann doch wieder nicht. Das Longplayerdebüt des Fünfers aus Portland ist ohne Frage anders als soviel im Metalcore davor und doch beschleicht einen das Gefühl, „Before The Night Takes Us“ kocht heißer, als letztendlich gegessen wird. Gegensätzliche Elemente aus Pop und Metal wurden immerhin schon öfter halbwegs stil- und sinnvoll miteinander verquickt (Deadlock, Sonic Syndicate, Architects) und wem z.B. Scar Symmetry ein Begriff ist, dürfte hier öfter auf Parallelen oder ähnliche Ideen stoßen. Davis & Co. scheuen sich nämlich weder davor piepsige Synthesizerschleifen in ihre Songs einzubauen, ein künstliches Streicherensemble in einen wuchtigen Corepart einzubauen, noch mit opernhaft-theatralischen Ausbrüchen ihres Mikrophonschwingers eine neue Form der Verwässerung und somit eine breite Angriffsfläche als offenkundige Hassliebe anzubieten.

Zusätzlich ein paar melodische Gesangslinien, die schon Killswitch Engage zur Perfektion missbraucht haben („Song for the hopeless“) und abgedrehte Strukturen der Marke The Black Dahlia Murder („Before the night takes us“) und fertig ist der vermeintlich pfiffige Emo/Screamo/Metalcore/Deathcore-Cocktail. Womit Across The Sun nach Ablauf der 40 Minuten allerdings punkten können, ist der variable Umgang mit den unzähligen, übereinandergeschichteten Spuren und abstrusen bis gewitzten Einfällen, die sich auf ihrem Erstling um die Gunst des Hörers schlagen. Langeweile ist für „Before The Night Takes Us“ definitiv ein Fremdwort und wer jeden Winkel der komplexen Songkonstrukte erforschen will, hat einiges vor sich. „Das Cover zeigt eine Figur, die eine dunkle und negative Vergangenheit hinter sich lässt und eine strahlende Zukunft ansteuert.“ weiß der Pressetext zu berichten. Paradigmatischer kann ein Bandcover nicht sein!

Anspieltipps:

  • Seasons
  • Ghost Of Grandeur
  • Tipping The Scales
  • Before The Night Takes Us

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