Josh T. Pearson - Last Of The Country Gentlemen - Cover
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Josh T. Pearson Last Of The Country Gentlemen


  • Label: Mute/GoodToGo
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor etwa zehn Jahren startet der Texaner Josh T. Pearson die Band Lift To Experience, welche mit „The Texas-Jerusalem Crossroads“ ein beeindruckendes Doppelalbum veröffentlicht und John Peel zu einem erklärten Fan macht. Innerhalb von fünf Monaten lädt dieser Lift To Experience zu gleich drei Peel Sessions ein, doch ein zweites Album dieser Liebhaber-Band folgt nie. Nun beehrt uns allerdings Josh T. Pearson mit einer Pracht von Debütalbum, die sich in den letzten Jahren schon andeutete, unter anderem mit seiner Präsenz auf dem Bat For Lashes-Erstling „Fur For Gold“.

In sieben Songs, allzu gern die Zehn-Minuten-Grenze übertrumpfend, regiert Schwermut und ein intensives Gespür für karge Instrumentierungen, die selten so vollkommen klangen. Es braucht nicht viel mehr als gezupfte Gitarren in Zeitlupe und die dunkle Magie in Josh T. Pearsons Stimme, um spätestens bei „Sweetheart, I Ain´t Your Christ“ vollmundig zu umgarnen. Die tiefe Ruhe in seinen Songs nimmt den Hörer gefangen und lässt ihn erst nach der einstündigen Spieldauer wieder los, nicht ohne noch lange diese zelebrierte Melancholie überwältigend in sich zu tragen. Langsamkeit als hohe Kunst in dieser schnelllebigen Zeit kann gar nicht oft genug gewürdigt werden, zumal sie einem begnadeten Songwriter und Musiker die Bühne überlässt. Kein Ton am falschen Platz, keiner zuviel. Stattdessen dunkle Klanglandschaften ganz im Zeichen der Gitarre (zeitweise um erhabene Streicher ergänzt), in lediglich zwei Nächten in Berlin aufgenommen und mit der Langzeitwirkung mehrerer Jahre ausgestattet.

So dockt Josh T. Pearson mit seinem lang erwarteten Alleingang mal eben bei Großmeistern wie Will Oldham alias Bonnie Prince Billy an und lässt offene Münder zurück, denn kaum eine andere Reaktion ist bei solch einer selbstsicheren Großtat denkbar. Der Schmerz über die nur kurz aufflackernde Karriere von Lift To Experience dürfte damit überwunden sein und quasi von heute auf morgen in eine neue Liebe transferiert werden.

Anspieltipps:

  • Sweetheart, I Ain´t Your Christ
  • Woman, When I´ve Raised Hell
  • Honeymoon Is Great! I Wish You Were Her
  • Country Dumb

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