The Human Abstract - Digital Veil - Cover
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The Human Abstract Digital Veil


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 36 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine liebliche Akustikgitarre spielt eine verträumte klassische Melodie, dann wird diese von drei E-Gitarren, E-Bass und Schlagzeug weitergeführt und am Ende vom Akustikgitarren-Fade-out beendet, fertig ist „Elegiac“. Die Eröffnung von „Digital Veil“ - sehr gut von Will Putney (Suicide Silence, Four Year Strong) produziert - von der kalifonischen Progressive Metaller The Human Abstract umreißt grob wohin die Reise auf dem nunmehr dritten Full-Length-Album geht.

Geblieben sind die mit dem Metal verwobenen klassischen Melodien, die von bis zu 3 Gitarren in progressive Gefilde laufen. Neu ist allerdings die Stimme der Band. Travis Richter (Ex-From First To Last) kam erst 2010 zur Band, drückt der Band aber schon deutlich seinen Gesangsstempel auf. Neben technisch ausgereiften gutturalen Gesang, der gut zu verstehen ist, klingt seine Stimme in den cleanen Parts ähnlich wie die von Matthew Bellamy (Muse) ohne allerdings dessen Weinerlichkeit zu übernehmen.

Besonders gut kommt dies bei „Antebellum“, dem epischsten Song des Albums zum Tragen. Auch die im Opener gehörte Akustikgitarre kommt hier wieder in den ruhigen Passagen zur Geltung. Zudem wird hier die klassische Melodie hier auf die Spitze getrieben. Während zwei Gitarren den Song nach vorne treiben, bleibt eine Gitarre zeitweise in Etüdenläufen hängen. Damit ist die Komplexität des Tracks jedoch nur unzureichend beschrieben. Fassbar sind die 7½ Minuten eh kaum. Die vertonte Ideenvielfalt innerhalb dieser Zeit übersteigt die kompositorische Qualität der meisten Metalbands um ein Vielfaches.

„Digital Veil“ scheint auf den ersten Blick ein recht harmloses, treibendes Stück Grindcore zu sein, doch wenn man sich einmal genauer reingehört hat, wird man schnell feststellen, rhythmisch passiert enorm viel. 3/4, 5/8, 4/4 und 6/8 sind nur eine Auswahl der verwendeten Takte und wenn bei 2:30 der Bass einen Tango andeutet, während die Gitarren konträre Läufe präsentieren, dann ist man dem akustischen Wahnsinn nicht mehr weit.

Bei „Complex Terms“ trifft der Titel genau die zu hörende Musik. Die Zutaten sind zwar dieselben wie bei den vorgenannten Tracks, aber gerade wenn der Klargesang zur Geltung kommt, hat der Song fast Ohrwurm-Qualitäten. Gleiches gilt für die zwischen 70er und Progressive Metal schwankende Bridge. Diese treffen aber wieder auf an Kakophonie grenzende Klanggewitter der Gitarren, die sich erst beim zweiten oder dritten hören entfalten. Klingt nach einem unangenehmen Kontrast, aber wenn man sich einmal auf die Musik von The human Abstract eingelassen hat, dann lässt sie den Hörer nicht so schnell los.

Dies zeigt sich auch beim letzten Stück auf der Silberscheibe „Patterns“ bei dem wieder der Titel Programm ist. Eine Gesangsmelodie, die der Klassik entliehen ist, wird mit einer Schicht E-Gitarren kombiniert, dann setzen klassische Gitarren ein, an deren Ende wieder gutturaler Gesang erklingt, und der Sound wird wieder rauer ohne seine klassische Melodie zu verleugnen. Große Kunst, die eine sehr starke Scheibe beschließt. Fans von Bands wie Opeth sollten auf jeden Fall ein Ohr drauf werfen.

Anspieltipps:

  • Elegiac
  • Complex terms
  • Antebellum
  • Patterns

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