Thomas D. - Lektionen In Demut 11.0 - Cover
Große Ansicht

Thomas D. Lektionen In Demut 11.0


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 63 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nur vorab: Den Punktabzug gibt es für zwei bis drei leicht verschlechterte Songs, sowie den Fakt, dass es sich „nur“ um ein Remake des (fast) gleichnamigen Machwerks von 2001 handelt. Thomas D ist zurück mit einem Album, das bereits vor einer Dekade erschien. Komplett überarbeitet im instrumentalen Bereich soll das Album den Zeitgeist 2011 besser treffen und verdammt noch mal das tut es auch. Wer die Texte von Thomas D schon vor 10 Jahren mochte, der wird sie auch heute noch mögen. Die dunklen Geschichten des einen Fantastischen sind düster, manchmal theatralisch, aber im Kern ihrer Aussage meist zeitlos. Egoismus, menschliche Sünden, Vergangenheit, Zukunft, Liebe (auf Thomas-D-Art) und vieles mehr. Ein Album prall gefüllt mit tiefsinnigen Texten, die alle mindestens eine Überlegung und den dazugehörigen Hördurchgang verdient haben.

Wer Thomas D nicht kennt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen, doch wir versuchen Unwissende in die Welt des Mitgliedes der Fantastischen Vier einzuführen. Elektronischer, meist sphärischer HipHop in mittlerem Tempo und eine klare, überlegte Stimme, die gerne mit viel Pathos von seinen Lebensansichten berichtet. Viel wichtiger ist allerdings, dass der Deutsche sein Album musikalisch nutzt, um zu zeigen, dass wir hierzulande doch noch aktuelle Musik machen können. Polarkreis 18 ergaben sich unendlich altbacken wirkenden Sounds, wogegen Thomas D sich perfekt in das Jahr 2011 einfügt. Parallelen zur Vergangenheit, die durch hervorragende Produktion wettgemacht werden, ohne die Texte zu verraten. Kein Lied wirkt aufgesetzt und nie arbeiten die nachdenklichen Texte gegen die Rhythmen. Allein frühere Singles wie „Uns Trennt Das Leben“ und „Wo Ist Dein Paradies“ wirken nicht mehr so schön introvertiert, sondern fast schon zu lebendig, wobei gerade Letzterem Song diese neue Maske steht. „Uns Trennt Das Leben“ jedoch ist die Ausnahme der Regel auf diesem Album. Hier will der Gedanke des Künstlers nicht so auf den Hörer übergehen, wie er es vor 10 Jahren tat. Das nennt man Gemecker auf hohem Niveau.

„Bist Du Glücklich“, der eintönig geratene Abspann dieses Albums ist ebenfalls nicht das was man umwerfend nennt. Ansonsten brilliert das Album aber wie vor zehn Jahren. An manchen Stellen vielleicht sogar noch ein bisschen mehr („Lektionen In Demut 11.0“), aber an erwähnte Stellen auch weniger. So ergibt sich abermals ein mehr als hörenswertes einstündiges Werk, das dazu einlädt jede einzelne Textzeile aufzusaugen. Wer nach diesem Album ohne einen unklaren Gedanken durch den Tag spaziert, der hat nicht richtig zugehört, denn hier gibt es richtig Hirnfutter auf die Ohren. Nicht neu, aber immer noch gut grüßt der Reflektor Falke und dreht über uns seine Runden in der Hoffnung, dass seine Nachrichten uns erreichen.

Anspieltipps:

  • Lektionen In Demut 11.0
  • Wo Ist Dein Paradies 11.0
  • Auf Dem Planeten Des Ewigen Regens 11.0

Neue Kritiken im Genre „Pop“
8/10

Sweet Sweet Silent
  • 2017    
6.5/10

Halb Oder Gar Nicht
  • 2017    
Diskutiere über „Thomas D.“
comments powered by Disqus