Pathfinder - Beyond The Space, Beyond The Time - Cover
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Pathfinder Beyond The Space, Beyond The Time


  • Label: Sonic Attack/SOULFOOD
  • Laufzeit: 72 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die sechsköpfige Band Pathfinder aus Polen bedient das Genre des Fantasy Metal (was auch immer das sein mag, die Red.) und bringt ihr Debütalbum „Beyond The Space, Beyond The Time“ als allererste Veröffentlichung über das Anfang des Jahres 2011 gegründete deutsche Label Sonic Attack auf den Markt. Ein doppeltes Debüt sozusagen, das Auskunft darüber geben wird, wie sich sowohl das Label als auch die Band behaupten werden können.

Pathfinder fahren dazu ein Monumental-Epos mit 14 Bombast-Songs und über 70 Minuten Spielzeit auf, womit die Polen in die Kerbe von Bands wie Blind Guardian, Rhapsody Of Fire, Nightwish bzw. Kamelot hauen. Ihre klare Devise lautet dabei höher, schneller, weiter, lauter. Dazu schichten Simon Kostro (Gesang), Karol Mania (Gitarre), Gunsen (Gitarre), Slavomir Belak (Keyboards), Arkadiusz E. Ruth (Bass) und Kamil Ruth (Drums) eine Tonspur über die andere und wringen die moderne Studiotechnik damit bis auf den letzten Tropfen aus.

Breitflächige Orchesterparts (aus der Konserve?) sind selbstverständlich, Ludwig-van-Beethoven-Zitate mehrfach vorhanden, große Chöre stimmen regelmäßig ein und ein Auszug aus dem „The X-Files“-Titelthema ist ebenfalls in den Liedfluss eingewoben, während die Pathfinder-Jungs den geneigten Hörer mit ihrer Virtuosität förmlich überrollen. Mit kleineren hörspielartigen Zwischenspielen sorgen die Polen zwar immer wieder für Verschnaufpausen, doch als Folge wird der Strudel aus symphonischem Metal und an klassischer Musik angelehnten Parts immer ausufernder und schwerer zu überblicken.

Scheinbar wollten Pathfinder auf „Beyond The Space, Beyond The Time“ einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen, denn jedes Instrument wird in Sachen Tempo an seine Grenzen herangeführt. Ein Entkommen gibt es nicht. Jeder muss mitmachen. Wozu dieser wilde Ritt gut sein soll, kann nur die Band beantworten. Fakt ist, dass allein das unaufhörliche Doublebass-Geboller auf Dauer ganz schön zu nerven weiß und der Hörer ein dickes Fell mitbringen muss, will er die 72 Minuten ohne Angstschweiß und Zittern überstehen. Man kann aber auch einfach nebenbei eine Zeitung lesen.

Ja, Pathfinder sind Könner an ihren Instrumenten und sie beherrschen die Kunst des Komponierens, sieht man allein die technische Seite des Ganzen. Doch erreichen Sie mit ihren Songs auch den Hörer? Wäre an der einen oder anderen Stelle weniger nicht mehr gewesen? Vermutlich werden sich Genrefans darüber die Köpfe heiß diskutieren. Aber ein Album, das in Sachen Bombast und Überfrachtung jeden Hollywood-Soundtrack in die Tasche steckt, ist auch nicht unter normalen Umständen zu genießen.

Anspieltipps:

  • Stardust
  • Undiscovered dreams
  • To the island of immortal fire

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