The Naked And Famous - Passive Me, Aggressive You - Cover
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The Naked And Famous Passive Me, Aggressive You


  • Label: Fiction/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist sehr schwierig, die Musik der Neuseeländer einzugrenzen.

Das Fernsehen bestimmt in dieser Welt einiges: Anstoßzeiten beim Fußball, sogenannte Fernsehstars, die einfach nur überflüssig und dumm sind oder die allgegenwärtige Sendereigenwerbung, die dort gesendet wird: Der immer noch tapfer gegen die Internetvideo-Allmacht kämpfende Musiksender Viva erkor einen Song zum Werbesong für sich selbst und seine neue Sendestruktur namens „Young Blood“ von The Naked And The Famous. Die Zuschauer horchten begeistert diesen sommerlichen Gute-Laune-Klängen und via Internet wurde der Song der neuseeländischen Band weitergetragen, so läuft das eben heute.

In Ihrer Heimat sind sie bereits seit letztem Jahr Stars und nun schwappt die Erfolgswelle zu uns hinüber. Das dazugehörige Album wird endlich auch hierzulande veröffentlicht und die Band, bestehend aus Alisa Xayalith (Gesang,), Thom Powers (Gesang, Produzent), Aaron Short (Programmierung, Produzent), David Beadle (Bass) und Jesse Wood (Schlagzeug), offeriert erstaunlich viele Musikstile. Die erstgenannten sind gleichzeitig auch die Songwriter dieser dreizehn Songs und in winzigen Studios im heimischen Auckland nahm der Fünfer seine Musik auf.

Die Durchbruchs-Single „Young Blood“ besticht durch flirrende elektronische Sommer-Beats, einen sehr eingängigen Refrain, viel Hall und Effekte und ist einfach ein Ohrwurm. Da kam der Vergleich mit MGMT oder Empire Of The Sun nicht von ungefähr, doch The Naked and Famous bieten viel mehr: Das düstere „Frayed“, welches durch Soundgefrickel, guten Gesang und unheimliche Noiseattacken auffällt und fast schon in die elektronische Gothic-Richtung geht. Oder „No way“, das mit sanften Pianoklängen und lieblichem Gesang beginnt, um dann zeitweise zu einem Indie-Rockmonster zu mutieren ohne dabei die feine Melodie zu verlieren.

„Punching in a dream“ haut in die gleiche Kerbe wie „Young Blood“ und klingt doch anders: Tänzelnde Electro-Klänge und druckvolles Schlagzeug werden gekonnt mit dem gewohnt eindringlichen Gesang verbunden und eine weitere Hitsingle scheint geboren. Den Schlusspunkt setzt das herausragende „Girls Like you“, welches wieder mit Hall in der Stimme die Beatwände auffährt und durch eine sich langsam steigernde Songstruktur unauslöschlich ins Gedächtnis beamt, das ist ein würdiger Abschluss eines erstaunlichen Debüts.

Es scheint sehr schwierig, die Musik der Neuseeländer einzugrenzen. Die psychedelischen Klangwände, leichter Electro-Pop oder „Nine Inch Nails“-Attribute sind nur Momente, eine Kategorisierung verbietet sich daher eindeutig, weil sie ihr eigenes musikalisches Ding erschaffen haben. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass da noch mehr als ein Frühlingshit kommt, zu vielschichtig und abwechslungsreich agieren die fünf Musiker, um nur auf einen kurzfristigen Charterfolg ausgerichtet zu sein.

Anspieltipps:

  • Punching In a Dream
  • No Way
  • Young Blood (album version)
  • Girls Like You

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