Moby - Destroyed - Cover
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Moby Destroyed


  • Label: Little Idiot/WEA
  • Laufzeit: 72 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht nur, dass Richard Melville Hall alias Moby der wohl bekannteste Veganer und Tierrechtler ist. Er darf sich als Ikone der elektronischen Musik sehen, obwohl der um Nahbarkeit bemühte US-Amerikaner diese Bezeichnung sicher nicht selbst wählen würde. Anfang der Neunziger prägte er die Rave-Kultur unter anderem in Form der heute noch aktuellen Hymnen „Go“ sowie „Feeling So Real“, ehe der Do-It-Yourself LoFi-Rock von „Animal Rights“ (1996) seiner musikalischen Herkunft huldigte und die vielfach gefeierten Alben „Play“ (1999) sowie „18“ neue Maßstäbe im ganz eigenen Moby-Kosmos setzten. Er perfektionierte seine Mischung aus Ambient-Landschaften, Uptempo-Songs und Rock-Elementen, welche stilvoll in die elektronische Grundierung übergehen.

Nach zuletzt schwächeren Veröffentlichungen, die mit dem Disco-Werk „Last Night“ ihren, die Fan-Herzen spaltenden, Höhepunkt erreichten, glich das letzte Album „Wait For Me“ einem gesunden Entschlackungsprozess. Nun wird wieder dicker aufgetragen, die souligen Guest Vocals sind zurück und überhaupt ist das in schlaflosen Hotel-Nächten geschriebene „Destroyed“ ein typisches Moby-Album, ohne Akzente zu versprühen. Dabei fängt es vielversprechend an, wenn der Opener „The Broken Places“ großartig mit unheilvollen Soundcollagen spielt, dabei spannungsvoll von einer warmen Grundstimmung getragen wird und „The Low Hum“ einen schlafwandlerisch durch die Nacht geleitet.

„Be The One“ ist eine typische Moby-Single inklusive Vocoder-Gesang und Hit-Appeal. Doch genau in diesen Wiederholungen liegt die teilweise lähmende Schwäche von „Destroyed“. In den meisten Fällen gab es das alles schon einmal detailgetreu auf früheren Alben des Amerikaners, nur eben überwältigender. „The Day“ führt das geliebte hymnische Elemente eines Moby-Songs in eine säuselnde Schlager-Welt, die dem Soundtüftler ganz sicher nicht ebenbürtig ist. Die Beweislage ist schnell geklärt, denn dass er es besser kann, hat er vielfach zu erkennen gegeben. Langeweile auf einem hohen Niveau ist auch „Lie Down In Darkness”, an dem es produktionstechnisch gewohnterweise nichts zu rütteln gibt, nur musikalisch nichts als den puren Standard liefert. Wie es geht, zeigt die Weiterführung des Songs in „Victoria Lucas”, das beherzt die Atmosphäre in verschiedene Richtungen bugsiert. Leider lenkt es nicht davon ab, dass die Stagnation definitiv bei Moby angekommen ist. Einzig die Gesamtspielzeit liegt über dem Durchschnitt.

Anspieltipps:

  • The Broken Places
  • Victoria Lucas
  • After
  • The Right Thing

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