Blackmail - Anima Now! - Cover
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Blackmail Anima Now!


  • Label: 45 Records/SOULFOOD
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Blackmail beweisen mit dieser Platte, dass sie es auch mit neuem Mannschaftsgefüge noch können und wollen.

Blackmail sind wieder da. Viel Aufsehen erregte vor gut zwei Jahren die Trennung von Aydo Abay, die während einer laufenden Tournee passierte. Danach konzentrierte Abay sich auf seine andere Gruppe KEN und die Gebrüder Ebelhäuser sich auf Scumbucket. Doch die Brüder stellten über die Homepage relativ zügig klar, dass Blackmail nicht gestorben sei, sondern ein neuer Sänger gesucht werde. Dieser wurde in Mathias Reetz auch erfolgreich gefunden. Und hier beginnt der Spagat. Sollte man so eine zentrale Figur wie die eines neuen Sängers vergleichen oder ihn davor schonen? Die Antwort ist für den Autor simpel. Der Name der Band wurde bewusst beibehalten und somit sind Vergleiche angebracht.

Mathias Reetz’ Stimme ist etwas höher und glatter als Abays Stimme. Diese ähnelte ja sehr dem Sänger von Placebo, Brian Molko. Mathias’ Stimme wirkt nicht so markant. Der Opener „Resonant Wave“ beginnt mit einem krachenden Schlagzeugsolo, danach setzen Gitarren ein. Flott und schwungvoll also. Auch „Deborah“ beginnt langsam und wird rockiger, immer wieder von ruhigeren Stücken unterbrochen. Ein Muster welches viele Rockbands stricken und auch dem typischen Blackmail-Sound entspricht. Bei „Night School“ treten die E-Gitarren erstmals in den Hintergrund und es wird ruhiger. Doch die Ruhe hält nicht lang. „The Whys of the Ways“ ist wieder flott und fröhlich unterwegs. „Bugs“ beginnt direkt mit Gesang und der Refrain erinnert stark an „Moonpigs“, einem früheren Song aus dem Blackmail-Album „Aerial View“.

Dieser Linie wird treu geblieben. Je weiter das Album voranschreitet („Monographic Doll“), umso eher fühlt man sich wieder an Placebo erinnert. Nach einem trägen Stück („Telescope“) folgt mit „Santa Rosalia“ sanfter, fast schon chorartiger Gesang, unterbrochen von harten Gitarrenriffs. Ein guter, wenn auch etwas schmeichelhafter Versuch etwas von Queen abzukupfern. Die Zielgerade hält mit dem Schlusssong „Dialogue Dial“ noch eine sehr schöne Ballade bereit, wozu Matthias’ Stimme sich besser eignet, als Aydo früher.

Fazit: Blackmail beweisen mit dieser Platte, dass sie es auch mit neuem Mannschaftsgefüge noch können und wollen. Sie sind und bleiben eine ernstzunehmende Größe am deutschen Alternative Rock-Himmel. Dabei klingt die Band nun weniger nach Placebo. Die Stimme des alten Sängers war schon außergewöhnlich und besonders. Für manche Hörer aber eben auch besonders anstrengend. Es wäre nicht verwunderlich, dass nun vor allem die weibliche Fanschar weiter anwächst.

Anspieltipps:

  • Deborah
  • The Whys of the Ways
  • Santa Rosalia
  • Dialogue Dial

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