Leaves´ Eyes - Meredead - Cover
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Leaves´ Eyes Meredead


  • Label: Napalm Records/EDEL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Band wird je zugeben, dass ihre neueste Platte der größte Griff ins Klo ist, den die Welt je gesehen hat. Leaves´ Eyes sind da keine Ausnahme und „Meredead“ nach eigenen Angaben folglich ihr Opus Magnum. Ausnahmsweise könnte diese Behauptung beim vierten Album der norwegisch-deutschen Gruppierung zutreffen, denn nach den kitschigen und leidlich spannenden Veröffentlichungen von Liv Kristine (Gesang), Alexander Krull (Gesang, Produktion), Torsten Bauer (Gitarre, Bass), Sander van der Meer (Gitarre) und Roland Navratil (Schlagzeug) in der Vergangenheit, vereint der aktuelle Longplayer wirklich das Beste der Symphonic Folk Metal-Band, was bedeutet, dass sich „der Bombast von „Njord“ (08/2009), die Direktheit der „Vinland Saga“ (05/2005) und die folkloristische Eigenständigkeit von „Lovelorn“ (05/2004) auf „Meredead“ zu einem einzigartigen Musikwerk vereinigen“.

Zumindest in der ersten Hälfte, die mit Ausnahme des völlig überflüssigen Mike Oldfield-Covers „To France“ einen großartigen Höhepunkt an den Nächsten reiht: Da werden leichtfüßige Melodien mit irischer Folklore gemischt („Velvet heart“), Härte und Bombast in Einklang gebracht („Spirit´s masquerade“, „Etain“), Traditionals in Gänsehautatmosphäre präsentiert („Krakevisa“) und mehrere Motive kunstvoll miteinander verwoben, was einen atemberaubenden Sog entwickelt („Meredead“). Das fast neunminütige „Sigrlinn“ übernimmt sich anschließend jedoch maßlos und mischt Growls (von Liv Kristines Ehemann Alexander Krull) mit weiblichem Feenglanz, das den auf Dynamik ausgelegten Track regelrecht demontiert.

Auf Minimalismus getrimmt schwebt danach „Mine taror er ei grimme“ durch den Äther, bleibt wegen seines Fokus auf Frauengesang, dem ein paar Streicher und dezentes Klaviergeklimper beigefügt sind, allerdings zu kitschig und in seiner Nachhaltigkeit allzu flüchtig, während „Empty horizon“ zwar wieder die komplette Band einbezieht, aber sich durch fehlende Ideen im Kreis zu drehen beginnt und ebenfalls gleichgültig bleibt. Nach dem kurzen Intermezzo „Veritas“ betreten Leaves´ Eyes mit „Nystev“ wieder interessantere Gefilde, die Mischung aus keltischen Instrumenten und hartem Unterbau, der ständig von einem Solopart Kristines unterbrochen wird, lässt jedoch keinen mitreißenden Fluss entstehen.

„Tell-tale eyes“ ist zum Ausklang dann eine nette Folk-Ballade, bei der sich Herr und Frau Krull gesanglich abwechseln dürfen um einen angenehmen Schlusspunkt zu setzen. Nein, „Meredead“ ist kein absolutes Meisterwerk und ganz sicher kein Langstreckenläufer, denn so wie dem Album ab der Hälfte die Puste ausgeht, muss man Angst haben nicht gelangweilt auf seine Raufasertapete zu starren. Nichtsdestotrotz bietet das vierte Machwerk der deutsch-norwegischen Kapelle genügend Gründe um das nach Bombast, Frauengesang und Orchester- und Folkeinbindung dürstende Symphonic Metal-Herz höher schlagen zu lassen.

Anspieltipps:

  • Meredead
  • Krakevisa
  • Velvet Heart
  • Spirit´s Masquerade

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