Black Rust - The Gangs Are Gone - Cover
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Black Rust The Gangs Are Gone


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die fünf ehemaligen Schulfreunde von Black Rust mit Heimat im westfälischen Ahlen sind in diesen multimedialen Zeiten schon eine Ausnahmeerscheinung. Ohne diese heute scheinbar unumgänglichen Social Networking-Strategien erspielten sie sich spätestens mit ihrem Zweitwerk „Medicine & Metaphors“ (2009) einen international geschätzten Ruf als hochwertige Americana-Formation. Dieser entschleunigte Folk samt hinreichender Melancholie-Breitseite und intensivem Songwriting ist eigentlich in den USA zuhause und doch machen Black Rust keinerlei Anschein, eine bloße Kopie zu sein. Waghalsige Konzertreisen, die sie sogar nach Indien führten, untermauerten die gute Live-Präsenz und bestätigten im Zusammenspiel mit den bisherigen Alben „So Much Weakness And I Lost My Sense“ (2004) sowie dem von diversen Magazinen gefeierten „Medicine & Metaphors“ (2009) eine Qualität, die in dieser Genre-Gegend in Deutschland ihresgleichen sucht.

Wie auch beim letzten Longplayer ist auf „The Gangs Are Gone“ Robin Proper-Sheppard, Mastermind von Sophia, für die Produktion verantwortlich und krönt so die herausragenden Songs mit einem Sound, der ihnen würdig ist. Genau genommen dauert es gerade mal 40 Sekunden bis der Einstieg in das Album zu einem gelungenen wird. Zu diesem Zeitpunkt setzt der Opener und Titeltrack „The Gangs Are Gone“ zum ersten, zurückhaltenden Refrain an, formuliert aus traumhaft arrangierten Gitarren, erdigem Rhythmus-Gefüge, sehnsüchtigen Streichern und dem wesentlich der Stimmung zuträglichen Gesang von Jonas Künne eine auch nach dem x-ten Hördurchgang nicht verhallende Pracht. „From Now On“ macht genau da weiter, erweitert um ein prägnantes Piano, das verspielt wirbelt und gleichermaßen tragend verharrt. Langsam kommt auch der Rock zum Vorschein, dem mit dieses Mal erweitertem Einsatz von E-Gitarren Tribut gezollt wird und auf diese Weise eine weitere Facette im Sound von Black Rust etabliert, die sie im besten Sinne mit Acts wie Runrig und The Walkabouts in Verbindung bringt.

Black Rust machen das Unmögliche möglich und setzen ihrem bisherigen Schaffen noch einen drauf, indem sie die instrumentalen Kreise weiter ziehen, doch die Songs weiterhin zwingend bleiben. Euphorische Hymnen wie „Horizon (How I Hope That You're Alive)” oder „Rain / Roses” stehen dem Ahlener Gespann, die getragene Mundharmonika-Ballade „Memory Lane“ und der lockere Blues in „Again (My Darkest Hour)” machen es ihnen nach, was die Erkenntnis bringt: Egal welche Ausdrucksform auf „The Gangs Are Gone“ gewählt wird, die Stärken sind überall zu entdecken.

Anspieltipps:

  • The Gangs Are Gone
  • From Now On
  • Broken Home
  • Rain / Roses

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