The Sounds - Something To Die For - Cover
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The Sounds Something To Die For


  • Label: Side One Dummy/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Something To Die For” landen die Schweden endgültig irgendwo im Niemandsland.

Es kommt, wie es kommen muss. In Bezug auf „Something To Die For”, dem vierten Album der schwedischen Band The Sounds, nimmt dieses Sprichwort bittere Züge an. Der Vorgänger „Crossing The Rubicon“ (2010) war nur eine Vorwarnung, ein klarer Verweis auf die Richtung, in die die Band gehen wollte: „Wir haben uns von jeher für Electro interessiert“, erklärt Keyboarder und Gitarrist Jesper Anderberg. „Das war für viele von uns überhaupt der erste Grund, Musik zu machen, und dem wollten wir diesmal auch Rechnung tragen.“ Ja, vom etwas trashigen, mit Keyboards angereicherten Powerpop von „Living In America“ ist wirklich nichts übrig geblieben. Es ist löblich, dass Maja Ivarsson (Gesang), Felix Rodriquez (Gitarre), Johan Bengtsson (Bass), Fredrik Nilsson (Schlagzeug) und Anderberg sich stetig weiterentwickeln wollen. Sie wollen den Rave, sie wollen die glitzernden Discokugeln, den groß geschriebenen Electro-Pop und den Bass extra laut. An und für sich keine schlechte „Idee“. Man will ja mit dem Trend gehen. Und dieses Electro-Ding ist ja momentan auch voll hip, haben sich The Sounds wohl gedacht. Schade nur, dass der Schuss auf „Something To Die For“ so dermaßen peinlich daneben geht, dass selbst Liebhaber der Band sich eigentlich fremdschämen müssen.

Ist dies nicht der Fall, empfand man das Dideldum der Keyboards von Hits wie „Painted By Numbers“ oder „Living In America“ wohl sowieso schon immer als bestes Trademark der Band. Während sich der platte Elektropop von „Crossing The Rubicon“ zeitweise immer noch relativ passabel mit den rockigen Elementen der Band verband und nebst solch Peinlichkeiten wie „Beatbox“ auch ein oder zwei klasse Hits für die Festivalsaison abwarf („Dorchester Hotel“), geht hier das Intro „It's So Easy“ zumindest im ersten Moment noch klar: Ein kühler Techno-Beat breitet sich aus und wird stetig lauter, wenn Ivarsson unter starkem Autotune-Einfluss auf die Bühne torkelt und schon mal die Intention des gesamten Albums auf den Punkt bringt: „It’s so easy when you know how it’s done. You‘ve gotta seize the moment before it’s gone.” Wie auch hier passiert es The Sounds auf „Something To Die For“ unglaublich oft, ein paar guten Ideen noch viel mehr schlechte folgen zu lassen. Der erste richtige Song, „Dance With The Devil”, ist das perfekte Beispiel für dieses Phänomen: Der Grundbeat reißt einem zunächst ganz überraschend die Füße weg, doch was folgt sind peinliche Roboterstimmen, ein vollkommen unpassender 80er Jahre Madonna-Refrain und schließlich textliche Peinlichkeiten wie diese: „When we dance we want the music loud, we give you heaven and hell. You know it’s the only way for you, let your senses guide you through.”

Das gleiche Problem stellt sich bei „Better Off Dead“ nach einer halben Minute ein, wenn auf einen sanften Beginn der übliche Popbeat folgt, den man so auch von Monrose hätte erwarten können, da hilft auch das instrumentale Beatgewitter inmitten des Songs nichts mehr. „The No No Song” bietet zum ersten Mal auch deutlich wahrnehmbare elektrische Gitarren, die aber in dieser Synth-Bastion irgendwie fehlplatziert wirken und als Kompromiss an alte Zeiten verstanden werden können. Auch Songs wie „Diana“ und „Won't Let Them Tear Us Apart“ sorgen für ganz leichte Abwechslung, auch wenn sie einfach nur typische Lieder von The Sounds sind, die so auch auf früheren Alben hätten erscheinen können. The Sounds ziehen dieses unausgegorene Mus bis zum Ende durch und zuletzt braucht man wirklich eine Pause von den langezogenen Songs und dem endlosen Gedudel. Die kommt dann auch in Form des Songs „Wish You Were Here”: Der geht als Ballade mit Akustikgitarre in Ordnung, passt aber überhaupt nicht zum Rest des Albums und holt es auch nicht mehr aus der Tonne. Mit „Something To Die For” landen die Schweden endgültig irgendwo im Niemandsland, da finden die so schnell nicht wieder raus.

Anspieltipps:

  • The No No Song
  • Diana
  • Won't Let Them Tear Us Apart
  • Wish You Were Here

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