Whitesnake - Forevermore - Cover
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Whitesnake Forevermore


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 65 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach den durchwachsenen Studioleistungen der Vergangenheit ist „Forevermore“ ein Schritt in die richtige Richtung.

Im frisch renovierten Line-up, bestehend aus David Coverdale (Gesang), Doug Aldrich (Gitarre), Reb Beach (Gitarre) sowie den Neuzugängen Michael Devin (Bass) und Brian Tichy (Drums), erscheint das neue, inzwischen elfte Whitesnake-Studioalbum „Forevermore“ auf dem kleinen italienischen Label Frontiers Records, das sich darauf spezialisiert hat, Rockacts im Herbst ihrer Karriere zu engagieren und zurzeit u.a. Bands wie Uriah Heep, Mr. Big, The Poodles, Cinderella und Extreme unter Vertrag hat.

Der alten Rock-Garde ist offenbar aufgefallen, dass es besser ist, eine kleine Firma im Rücken zu haben, die sich um einen kümmert, als ein Majorlabel, das den Hintern nicht hochbekommt. Dadurch können Whitesnake in aller Ruhe 13 Blues-infizierte Hardrock-Tracks, die gute Laune machen sollen, auf ihre Stammhörer abfeuern und dabei all ihre Stärken unter Beweis stellen. So sind ihre Songs stets mit einer hohen Eingängigkeit gesegnet, die z.B. den großen kommerziellen Erfolg in den 80er Jahren erklärt.

In der heutigen Zeit erscheint ein Singlehit dagegen fast ausgeschlossen, obwohl Songs wie „Easier said than done“ und „I need you (shine a light)“ in den Achtzigern locker in die Fußstapfen von Klassikern wie „Is this love“ oder „Here I go again“ getreten wären. Dazu ist nicht nur die markante Stimme von David Coverdale notwendig, die live schon mal ein paar Probleme bereit, aber auf „Forevermore“ in bester Verfassung erklingt, sondern auch der Einsatz der Gitarrenfraktion. Diese zeigt sich besonders im Namen von Doug Aldrich als hervorragende Einheit, die stets in der Lage ist, ihre Duftmarken zu setzen.

Schwieriger wird es bei einem anderen Thema. Denn auf inhaltlicher Ebene lässt das Songwriter-Duo Coverdale/Aldrich kein Klischee und keinen noch so alten Hut aus, um Text und Musik in Einklang zu bringen („I want it all, I want it now and I’m gonna take it any ol’ how...“ aus „Steal your heart away“ oder auch „I’m on my way, I’m going home. My bags are packed and I’m ready to roll. I’m going home, don’t you cry. Let’s have a drink before we say goodbye” aus „Fare thee well”). Wenn Coverdale zum wiederholten Mal sein „Baby” anschmachtet, wird das auf Dauer einfach etwas eintönig.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt und die Musik strikt in der Vordergrund stellt, bekommt ein paar richtig starke Songs wie „My evil ways“ oder „Forevermore“ um die Ohren gehauen. Dazu stellen die akustischen Stücke „One of these days” und „Fare thee well” (ein Schunkellied vor dem Herrn!) echte Überraschungen dar, da Whitesnake darin wie Abziehbilder von Smokie oder The Faces klingen. Ungewohnt, aber gut!

Nach den durchwachsenen Studioleistungen der Vergangenheit ist „Forevermore“ ein Schritt in die richtige Richtung. Coverdale und seine Mannen besinnen sich mit allen Konsequenzen auf ihre Stärken und liefern ein gutes Hardrockalbum ab. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Anspieltipps:

  • My evil ways
  • Fare thee well
  • One of these days
  • Whipping boy blues
  • Easier said than done
  • Love will set you free

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