Loaded - The Taking - Cover
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Loaded The Taking


  • Label: Armoury Records/EDEL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn das Endprodukt stimmt, dann muss Faulheit nicht immer etwas gänzlich Falsches sein. Trotzdem werden wir uns hüten, die Kritik zu „Sick“ (03/2009), dem zweiten Album von Duff McKagan´s Loaded, dem Copy&Paste-Verfahren zu unterziehen, obwohl die Grundlage und -aussage für den Nachfolger „The Taking“ nahezu identisch ist. Der ehemalige Gunners-Bassist Michael Andrew „Duff“ McKagan (Gesang, Gitarre) wartet schließlich noch immer auf einen neuen Velvet Revolver-Einsatz, der aufgrund des Weggangs von Scott Weiland und der schwierigen Suche nach Ersatz noch etwas länger dauern könnte, ist mit seinem Soloprojekt bei keinem Majorlabel eingestiegen, sondern ist sogar von Century Media zu Armory Records ein paar Sprossen auf der Vertriebsleiter hinabgestiegen und die Mischung aus Sleaze-, Punk- und Hardrock bekommt der geneigte Hörer anno 2011 ebenfalls geboten.

„The Taking“ ist „Sick“ möchte man also meinen. Nun, nicht ganz. Schließlich gibt es mit Isaac Carpenter einen neuen Schlagzeuger und die Melodieseligkeit hat im Vergleich zum Vorgänger an Radiokompatibilität zugenommen wie massentaugliche Stücke wie „Indian summer“ und „We win“ aufgrund ihrer ausgeprägten Mitgröl- und Feelgoodqualitäten bereits im heimischen Wohnzimmer unter Beweis stellen. Trotzdem wollen McKagan und seine restliche Band (Mike Squire (Gitarre) und Jeff Rouse am Bass) weiterhin weniger die Hitparaden stürmen, denn eine authentischen Rockscheibe unters Volk bringen, die wegen ihrer bodenständigen Art ein eingeschworenes Zielpublikum anspricht anstatt einen prätentiösen Singlehit zu kredenzen, der in keiner Relation zum Rest steht.

Das Ergebnis ist eine entgegen aller Trends verfasste Zusammenstellung von mal räudig-bockigen („Executioner´s song“), mal unaufgeregt-schunkelnden („She´s an anchor“) Nummern, die sich weder für ihre Ungeschliffenheit („Easier lying“, „Your name“), noch für schnörkellose Rockexkurse („Lords of Abaddon“, „Dead skin“, „Cocaine“) oder Austauschbarkeit („Wrecking ball“, „King of the world“, „Follow me to hell“) schämen muss. „The Taking“ ist schlicht und ergreifend ein Album, das nach den Regeln eines Prototypen für ehrliche, musikalische Handarbeit gestrickt worden ist, der absolut keine Ziele einer Plattenfirma erreichen oder die Erwartungshaltung von zigtausenden Anhängern erfüllen muss. Auf diesem Niveau können die nächsten Outputs der Duff McKagan-Solotruppe ruhig bleiben, denn diese Form der Konsequenz ist definitiv zu begrüßen.

Anspieltipps:

  • Dead Skin
  • Easier Lying
  • She´s An Anchor
  • Executioner´s Song

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