Supercharger - That´s How We Roll - Cover
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Supercharger That´s How We Roll


  • Label: Voices Music & Entertainement
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Musik kann ästhetische Kunst sein, die zum Nachdenken anregt und sich besser bei einem Glas Rotwein als beim Bügeln hören lässt. Bei Supercharger ist keines von Beidem eine Option (es sei denn, man hat eine merkwürdige Art zu bügeln). Hier wird noch guter alter Hardrock in frischem Gewand präsentiert. Altes Rezept, neu aufgelegt: So einfach kann die Welt der Musik funktionieren. Kein großes Nachdenken, sondern nur der bloße Wille sich in die Menge zu stürzen und zu rocken, bis das Orange der Morgenröte einen zurück in die Realität holt. Ihr Debüt „Handgrenade Blues“ brachte diese Philosophie auf den Punkt und Supercharger auf die Landkarte europäischer Hardrock-Anhänger. „That's How We Roll“ soll bekräftigen, dass die Dänen auch zu Recht Teil der Gesellschaft sind und beginnt, wie es zu beginnen hat: Laut und kompromisslos!

Die Boxen bekommen nicht einmal den Hauch einer Chance, bevor Supercharger mit „Heart On Overdrive“ einschlagen. Die Strophen sind kräftig und bahnen sich ihren Weg in den Gehörgang mehr mit bloßer Gewalt, als mit besonderer Finesse. Dafür entlohnt ein melodisch ansprechender Refrain, der allerdings keinen Gang herunter schaltet. Wer geistig inzwischen in einem Truck sitzt und über einsame Landstraßen rast, ist bestimmt nicht allein. „Rise And Fall“ und „You Disgust Me“ sorgen für einen nahezu reibungslosen Einstieg in das neue Album. Dazwischen mogelt sich allerdings „Are You Satisfied?“, das ungewöhnlich nach Radio-Single klingt und während die anderen Lieder auch schon auf Silberling zum Kopfnicken animieren, wirkt besagter Song beinahe steril. Dann doch lieber eine mit Country angehauchte Nummer wie „Mrs. Ferguson“, die gar nicht erst darauf abzielt die Massen wegzufegen, sondern eine andere Seite der Band zeigen möchte. Zum Glück kommen die Jungs nur noch einmal auf die Idee, eine solch poppige Nummer in Form von „Redemption Song“ anzuliefern. Der Track kann wenigstens mit einem schmackhaften Riff für Versöhnung sorgen.

Genug gejammert! Wer sich nach Hardrock sehnt, der wird besonders in der zweiten Hälfte am laufenden Band mit guter Musik überschüttet. Ob „Rulers Of The Day“ oder „Aim High“, wer bei diesen Liedern nicht mindestens mit der Wimper zuckt muss Rockmusik hassen. Das ist Hardrock der Spaß bringt. Und wem nicht nach Grinsen zu mute ist, der kann mit „From Another Planet“ und „Roll The Dice“ auf Lieder mit ernsterem Grundton zurückgreifen, wobei gerade Letzteres weiß, wie man Adrenalin zum Pumpen bringt. Zum Glück gibt als ruhigen Ausklang die Spoken-Words-Country-Nummer „Sunrise Over Reeperbahn“, die auch von betrunkenen Boss Hoss hätte kommen können. Spaßig, dreckig, aber so gutherzig, dass das Lied keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte. Gäbe es diesen Track nicht, würde man wahrscheinlich gar nicht merken, wenn man die Anlage auf Repeat gestellt hat und mit „Heart On Overdrive“ der Reigen von vorn beginnt. Das sagt Pessimisten, dass den Liedern ein wenig Eigenständigkeit fehlt und zu viele Rockgrößen zitiert werden, Optimisten jedoch, dass man kein Problem hat noch eine Dreiviertelstunde dieser Musik zu hören.

Anspieltipps:

  • Aim High
  • Mrs. Ferguson
  • Heart On Overdrive

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