Cocoon - Where The Oceans End - Cover
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Cocoon Where The Oceans End


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die französischen Folk-Popper von Cocoon legen nach ihrem 2007 gefeierten Debüt „My Friends All Died In A Plane Crash“ nach. Ihr amerikanisch inspirierter englischsprachiger Folk strahlt nach wie vor eine intime wohlige Wärme aus, aber entrückte Outkast- und Amy-Winehouse-Cover bedarf es nun nicht mehr um der Band Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Nach vielerlei Kritikerlob und Bekanntheitssteigerung durch ihre musikalische Verwendung in Werbeclips kam eine ausgedehnte Welttour auf Mark Daumail und Morgane Imbeaud zu, die sie unter anderem nach China, Australien und in die USA führten. Nun also ist das Duo aus der Provinz Auvergne zurück. In allgemeiner Folktradition stehend, haben sie sich auch eine hübsche Geschichte, die die 12 Songs zusammenhalten, ausgedacht, um einen Phantasiewal namens Yum Yum, der ihre Kindheit repräsentieren soll und im Verlauf der Reise/des Albums notwendigerweise stirbt und Platz machen muss für die Verwerfungen und Probleme, die das Erwachsenenleben so mit sich bringt.

Was Daumail und Imbeaud uns erzählen wollen auf „Where The Oceans End” indiziert ganz gut, was wir für ein Seichtwasserfolk wir hier vor uns haben. Wärmende Americana-Momente hin oder her, das zweite Album von Cocoon ist im Positiven wie Negativen äußerst harmlos. Ein Güte und Sanftmut verbreitendes Album, das man am besten leise bei Kuschelstimmung mit Kamingeknister im Hintergrund sich zu Gemüte führt, manchmal zwischen Sufjan Stevens, manchmal Air oder auch Tindersticks, aber insgesamt wenig Magisches und schon gar keine Sogwirkung zu etablieren vermag.

Insgesamt treiben und zünden die im Duett gesungen Songs am meisten, „Comets“ und „Mother“ seien hier genannt, da diese einen auf die besungene Reise kraft der energischeren Gesangsleistungen tatsächlich mitzunehmen verstehen. Viele spärliche Momente, ob von Daumail oder Imbeaud allein besungen, fehlt es an künstlerischer Prägnanz und könnten auch eingereichte Tapes vom schüchternen Indie-Mädel von neben an sein, die sich heimlich an der Gitarre am Bett die Sorgen von der Seele singt. Die orchestrierteren Songs, mit Streichern, mehreren Stimmen und mehr als einem Instrument also sollten die Zukunft von Cocoon darstellen, sonst droht wohl auch der Folk-Fan irgendwann dabei einzuschlafen. Hübsches Cover indes.

Anspieltipps:

  • Comets
  • Mother

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