Jennifer Lopez - Love? - Cover
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Jennifer Lopez Love?


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gehört schon einiges dazu, mit einem Album wie „Love?“ anzutreten.

Nach den ganz böse in den Keller gegangenen Verkaufszahlen ihrer letzten Alben war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Jennifer Lopez (41) und ihre Plattenfirma trennen würden. Echte Treue gibt es in diesem Business eben selten. Und wer die Bilanzen nur belastet, darf seinen Hut nehmen. Somit vollzog sich im März des vergangenen Jahres, womit alle Insider gerechnet hatten, nachdem „Brave“ (10/2007) kommerziell total absoff, weil sich die Welt viel mehr für die Geburt von Jennifer Lopez’ Zwillingen Emme und Max, als für ihre Musik interessierte: La Lopez verließ Epic Records/Sony Music und unterschrieb einen neuen Vertrag bei der Def Jam Music Group (Universal).

Bei ihrem neuen Arbeitgeber bringt die 41-Jährige nach 3½ Jahren Pause mit „Love?“ ihren insgesamt neunten Longplayer auf den Markt und bereits mit der ersten Singleauskopplung „On the floor“ sollen die Weichen wieder in Richtung Charts gestellt werden. Dazu werden stampfende Beats mit einem gewagten „Lambada“-Melodie-Sample und einem Gastauftritt von Rapper Pitbull gekreuzt. Und auch wenn das nicht reicht, damit der Track im Ohr hängen bleibt, dürfte „On the floor“ zumindest auf den Tanzflächen ganz gut knallen.

Wer im aktuellen Pop-Geschehen Erfolg haben will, muss es auf irgendeine Weise Lady Gaga nachtun. So scheint jedenfalls die Anweisung an alle Produzenten zu lauten, die, auch wenn sie Antonio „LA“ Reid und RedOne heißen, wie Lemminge auf den Zug aufspringen und den Gaga-Sound zu kopieren versuchen. Bei Jennifer Lopez erfolgt dies freilich nicht ohne die altbekannten R&B-Zutaten („(What is) Love?“, „One love“) sowie Gast-Rapparts von Lil Wayne („I’m into you“) und Pitbull („On the floor“). Es werden leicht verfremdete Vocals eingesetzt („Good hit“), elektronische Elemente integriert („Invading my mind“) und immer schön darauf geachtet, dass die Beats Club-tauglich sind („Papi“, „Hypnotico“). Klingt nicht gerade berauschend? Treffer!

Es gehört schon einiges dazu, mit einem Album wie „Love?“ anzutreten. Denn spannend und/oder mitreißend geht definitiv anders! Hier wurden einfach ein Dutzend Songs lieblos aneinander geklatscht und im stillen Kämmerlein darauf gehofft, dass sich eine oder zwei Singleauskopplungen darunter wieder finden. Doch etwas reißen werden auch diese nicht, da das Songwriting die Krönung der Einfallslosigkeit darstellt und mit den zarten Versuchen, Lady Gaga zu imitieren, fast schon lächerlich wirkt. Fragt sich nur, wer so was braucht und wie man Jennifer Lopez’ Karrieresturzflug damit verhindern will.

Anspieltipps:

  • Villain
  • On the floor
  • Starting over
  • Until it beats no more

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