Acid Drinkers - Fishdick Zwei: The Dick Is Rising Again - Cover
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Acid Drinkers Fishdick Zwei: The Dick Is Rising Again


  • Label: Indie Distribution/SOULFOOD
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine der wohl bekanntesten und mittlerweile vielleicht auch Dienstältesten Metalbands aus Polen hat sich entschieden nach 16 Jahren eine Fortsetzung von „Fishdick“ auf die Beine zu stellen. Genau wie der erste Teil beinhaltet „Fishdick Zwei“ nur reine Coversongs und der Grund dafür ist eher simpel, wenn auch tragisch und traurig. Nach einem Konzert der Tour zum letzten Studioalbum „Verses Of Steel“ ist der Gitarrist der Band Aleksander „Olass“ Mendyk gestorben, gerade mal 29 Jahre alt ist er geworden. Ein Freund der Band hat seinen Platz eingenommen, es wurde gemeinsam getourt und als die Zeit für ein neues Album reif war, lag es wohl nahe ein Coveralbum aufzunehmen, um sich richtig aufeinander abzustimmen.

Die Entscheidung überaus erfolgreiche Songs zu covern birgt so einige Gefahren in sich. Hält sich der Interpret nahe am Original kann er in den meisten Fällen nur verlieren, es sei denn das Lied ist so alt, dass es der aktuellen Generation nicht geläufig ist. Dann ist es egal, ob die Änderungen kleiner oder größer ausfallen, solange die maßgebende Melodie vorhanden ist, wird das Song-Recycling von der Masse ohne Kenntnis geschluckt. So wird leider oft auf dem Musikmarkt Geld gemacht, siehe Kid Rock mit „All Summer Long“. Das Covern ist also eine Kunst für sich, die nicht nur daraus besteht die richtigen Songs zur richtigen Zeit zu wählen. Acid Drinkers scheren sich um das letztere gar nicht und wählen Songs aus unterschiedlichen Dekaden, angefangen bei den 60er Jahren und am Anfang der 90er endend, aber sie achten sehr wohl auf die Umsetzung derer.

Eine Umwandlung von Liedern in ein Rock/Metal Gewand, die aus einer völlig anderen Musikrichtung stammen, kann durchaus ansprechend sein. Alien Ant Farm haben es vor Jahren mit dem Klassiker „Smooth Criminal“ von Micheal Jackson beispielhaft vorgemacht. Unsere polnischen Säuretrinker haben solches Liedgut ebenfalls parat, wie die durch Ray Charles berühmt gewordene Nummer „Hit The Road Jack“ oder auch „New York, New York“ (Frank Sinatra), das durch seine ungeahnten Wendungen auffällt. Ihr vollständiges Potenzial rufen die Herren dabei jedenfalls nicht ab, sie kratzen an der Oberfläche, wobei selten auch mal größere Stücke dieser Oberfläche abfallen.

Was machen aber Acid Drinkers mit Songs, die aus ähnlichen Musikkreisen kommen? Sie drehen den Spieß um und kleiden diese Stücke in ein völlig anderes Musikgewand, verunstalten sie teilweise so sehr, dass sie nur noch in Ansätzen erkennbar sind. Sie setzen auf Humor statt Ernsthaftigkeit, was die deutlich bessere Lösung bei solchen Klassikern wie „Nothing Else Matters“ von Metallica oder „Seasons In The Abyss“ von Slayer ist. Das hätte sonst nur schief gehen können. Dabei fangen beide Tracks dem Original ähnlich an, wahrscheinlich soll erst mal die Assoziation geweckt werden, bevor der plötzliche Umschwung eintritt und Slayer im Rednex-Stil mit Geige und typischen Country-Merkmalen und Metallica als Polka-Version mit Akkordeon vorgetragen wird. Das ist so absurd, dass einem das Grinsen nicht vergehen will, wie hatte Frank Zappa einst ein Album genannt: „Does Humor Belong In Music?“.

Vieles funktioniert auf „Fishdick Zwei“ indes nicht oder nur bedingt, einige Lieder werden nur angespielt und erfüllen keine ersichtliche Funktion, andere dürften vielen Rock und Metal Hörern fremd sein. Die Frage also an wen dieses Album gerichtet oder für welche Zwecke es einsetzbar ist? Partyzusammenstellung? Mit einer gehörigen Menge an Alkohol sicherlich, aber auch da gibt es bessere Lösungen. Außerdem ist das Album ein Opfer seiner lauten Abmischung, in einigen Liedern ist das Clipping deutlich heraus zu hören, so etwas darf einfach nicht sein. Trotzdem Respekt für die Zusammenstellung und Anpassung solch unterschiedlicher Songs in einen Rahmen.

Anspieltipps:

  • Seasons In The Abyss
  • Nothing Else Matters
  • New York, New York
  • Bring It On Home
  • Love Shack

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