Boy Hits Car - Stealing Fire - Cover
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Boy Hits Car Stealing Fire


  • Label: Swell Creek Records
  • Laufzeit: 64 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Songmaterial auf „Stealing Fire“ wären Boy Hits Car vor 20 Jahren unter Garantie von einem Majorlabel gesignt worden.

Die im Jahr 1993 gegründete Alternative-Rock-Band Boy Hits Car aus Los Angeles war zwar musikalisch immer irgendwie zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle (Stichwort: Grunge), doch trotz eines zwischenzeitlichen Majordeals mit Wind-Up Records (ca. 2000-2002) schaffte es die Band bis dato nie, aus dem Schatten ihrer Wegbegleiter herauszukommen. Lediglich als gerngesehener Supportact von Gruppen wie den Stone Temple Pilots, Fear Factory, Papa Roach, System Of A Down, Incubus, Seether oder auch Shinedown konnten sich Boy Hits Car einen Namen machen, wodurch die Amerikaner immer ein gewisser Ruf von Zweitklassigkeit umgeben hat.

Sicher auch diesem Umstand geschuldet, erscheinen Boy-Hits-Car-Alben in auffallend unregelmäßigen Abständen auf immer kleineren Labels. Doch nach schier endloser Vorbereitungszeit ist mit „Stealing Fire” tatsächlich mal wieder ein Album der Jungs fertiggeworden. Es ist – man glaubt es kaum – erst das vierte Werk nach „My Animal“ (1998), „Boy Hits Car“ (2001) und „The Passage” (2005) und es entstand im (bereits mehrfach durcheinandergewirbelten) aktuellen Line-up Cregg Rondell (Gesang), Mike Bartak (Gitarre), Bill Gower (Bass) und Johnny Ransom (Drums).

Will man das bisherige Dilemma um Boy Hits Car verstehen, genügt es, sich die ersten Songs auf „Stealing Fire“ anzuhören. Wie in Form einer Zeitreise geht es zurück in die 90er Jahre, als Grunge und Alternative Rock der letzte Schrei waren. Genau an dieser Stelle versuchen die Musiker aus Los Angeles anzuknüpfen, indem sie den Sound und die Attitüde dieser Epoche kopieren bzw. nie so wirklich aus den Klamotten bekommen haben. Dumm nur, dass ihnen dazu genügend brauchbare Songs fehlen. Denn nicht nur, dass Boy Hits Car wie eine ewig gestrige Band klingen, was evtl. mit einem Retro-Rock-Stempel auszugleichen wäre, nein, sie verfügen auch nicht über das Songwriting, mit dem sie sich auf einem eh schon total überlaufenen Musikmarkt in irgendeiner Form abheben könnten.

Machen wir uns nichts vor: Mit dem Songmaterial auf „Stealing Fire“ wären Boy Hits Car vor 20 Jahren unter Garantie von einem Majorlabel gesignt worden, da der gierige Markt gar nicht schnell genug befriedigt werden konnte. Das hätte sie zwar auch nicht in die erste Rockliga katapultiert, doch im Fahrwasser der ganz Großen wäre für die Band kommerziell durchaus mehr drin gewesen. Anno 2011 gehen Boy Hits Car genau mit so einem Album auf die Hörer los, das neben schwachbrüstigen Kompositionen und einem Sound wie aus dem Museum nichts weiter bietet, als einen Durchlauferhitzer bis zum nächsten Output von Pearl Jam, Soundgarden, Alice In Chains oder Mudhoney. Das ist, ehrlich gesagt, fast schon peinlich.

Anspieltipps:

  • Dreams
  • Erifsievol
  • Stealing fire from the sun

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