Scams - Rewrite Fiction - Cover
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Scams Rewrite Fiction


  • Label: Devilduck/INDIGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Beim SXSW Festival in Austin, Texas spielten sie vor zwei Jahren unter dem Namen Out From Animals und wurden zur besten britischen Band gekürt. Die Mitglieder der Scams sind Andy Morgan (Gesang, Gitarre, Keyboard), Jamie MacNeal (Gitarre, Gesang), Adam Fenwick (Bass, Gesang) und Daniel Harvey (Drums, Gesang). Produziert wurde „Rewrite Fiction“ von Johann Scheerer (Karamel, 1000 Robota) im Clouds Hill Recordings Tonstudio zu Hamburg, wo auch das Label Devil Duck seinen Sitz und sich der Veröffentlichung angenommen hat.

Ein Merkmal der Scams ist der mehrstimmige Gesang, der Verve und Leidenschaft kombiniert und in Andy Morgan einen Leadsänger vorweisen kann, der es versteht seine Emotionen auf die Stimmbänder zu übertragen. Da schwingen Robert Smith (The Cure) und Tim Kasher (Cursive, The Good Life) mit. Das rhythmisch-melodische Geflecht lässt stellenweise Soul- und Art-Pop aufblitzen, steht jedoch mit beiden Beinen auf der Indie-Rock Tanzfläche.

Bei „Rewrite Fiction“ kann man die Beine einfach nicht still halten, soll man auch nicht, denn die Musik der Scams schraubt sich in lichte Höhen und in verschachtelte Texturen, man höre bspw. „Helicopter Parents“ oder „Lions And Tigers And Bears“. Auf „The Gunfighter (1950)“ sorgen verschwurbelte Stromgitarren für Funkyness, dazu gesellen sich Synthie-Phylli-Soul-Streicher. Es ist die Kunst der Scams, dass die Songs bei aller Struktur und Durchdachtheit das Artifizielle geschickt umschiffen. Die Band kommt immer auf den Punkt, ihre Songs laufen mit einer Spielzeit um die drei Minuten. Stilistisch lassen sie sich kaum festlegen, insofern machen Vergleiche wenig Sinn.

Ihre Vielschichtigkeit lässt sich mit den unterschiedlichen musikalischen Wurzeln der einzelnen Mitglieder erklären, die sie mit Geschick, jugendlichem Ungestüm, Melodie und Leidenschaft in Einklang bringen. Beim finalen „A Kiss“ kommt schließlich das weibliche Prinzip in Persona Caroline Gaske (Stella) als Gastsängerin zum Einsatz. Der gelungene Abschluss eines Albums, das dem etwas in die Jahre gekommenem Indie-Rock den guten Namen und vor allem eine unbändige Spielfreude zurück gibt. Die Geschichte muss nicht neu geschrieben werden, die Fiktion und Vision der Scams ist mehr als stimmig. Der beste Indie-Rock seit dem Debüt von Franz Ferdinand!

Anspieltipps:

  • Helicopter Parents
  • Lions And Tigers And Bears
  • The Gunfighter (1950)
  • It’s Not Perfection
  • A Kiss

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