Chuckamuck - Wild For Adventure - Cover
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Chuckamuck Wild For Adventure


  • Label: Staatsakt/Rough Trade
  • Laufzeit: 33 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Chuckamuck aus Berlin sind allein deshalb schon einmal prägnant, weil sie sich komplett aus der Zeit gefallen mit einem klassischen Fanzine, feinsäuberlich schlecht kopiert, einfach kaputt und befreit von allen derzeitigen Musikmechanismen dem Rezensenten präsentieren. Kein einfaches Blatt Papier, auf dem Infos zum Künstler verbreitet werden, nein: Ein Heft voller Erinnerungen an die Do-It-Yourself-Zeiten der Achtziger. Bis auf die Stadt des Quartetts wird allerdings auf sachdienliche Hinweise ihrer Sozialisation verzichtet. Vielmehr wird da wohl nicht ganz unironisch von den „Underage-Garage-Powerpop-Stars“ um Comiczeichner und Songschreiber Oska Wald getextet.

Überhaupt ist das Debüt „Wild For Adventure“ schlicht ein Statement der Stümperhaftigkeit, für Proberaum-Freuden und rumpelnden Rock, dass dabei fast die Musik untergeht und es in seiner vermeintlichen Spontanität vor allem kalkuliert erscheint. Ob kulinarisch zwischen „Eis am Stiel“ und „Mars Mandel“ oder an der „Ostsee“ mit „My Honey“ „Caroline“, Chuckamuck spielen sich um Kopf und Kragen. Feucht fröhlich überdreht die E-Gitarre, beherzt polternd das Schlagzeug und der Gesang mal in schräge Chöre gepackt, mal stürmisch im Alleingang. So weit, so mittelmäßig. Auch wenn Chuckamuck sich nun wahrlich keinem anbiedern, den musikalisch ansatzweise ähnlichen „The“-Bands der Garage-Rock-Glanzzeit nicht das Wasser reichen können, bleibt festzuhalten, dass sie ihr Herz in die Hand nehmen, munter drauf los spielen und für differenziertere Stücke wie „Souvenirs“, die durchaus munden, auf Gesamtlänge die Luft nicht reicht.

Anspieltipps:

  • Mars Mandel
  • Chuckamuck
  • Souvenirs
  • Gestern traf ich Dan Treacy

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