TesseracT - One - Cover
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TesseracT One


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Würfel ist nicht unbedingt der komplexeste, geometrische Körper im Universum. TesseracT sind ebenfalls keineswegs die progressivste Band, die je ein Album veröffentlicht hat. Im Endeffekt ist das aber auch völlig egal, denn das Debüt „One“ der Briten Daniel Tompkins (Gesang), James Monteith (Gitarre), Amos Williams (Bass) und Jay Postones (Schlagzeug), das eigentlich durch Acle Kahney (Gitarre) in Personalunion entstehen hätte sollen, ist ein ausdrucksstarkes Werk geworden, das die Klasse der Truppe in jeder Sekunde offen legt und seine Progressivität nur als zusätzlichen Bonus dem Hörer anbietet.

Doch wie klingt „One“ denn nun eigentlich? Recht eigenwillig könnte man nach dem ersten Hördurchgang meinen, allerdings kristallieren sich nach und nach bekannte Bestandteile oder Parallelen zu anderen Bands heraus, die von TesseracT mit einer ungeheuren Umsichtigkeit eingesetzt werden ohne das den Briten jeglicher Ideenraub oder Copy & Paste vorgeworfen werden kann, sodass an jeder Ecke vertraute, aber trotzdem geheimnisvoll-andersartige Bausteine ausgemacht werden können, die das Interesse aufrecht halten.

Da gibt es stampfende bis wehmütige Post Hardcore-Attacken, die die Handschrift von The Ocean tragen („Sunrise“, „Lament“), ein allgegenwärtiges, technisches Gitarrenpicking, das von 3 / Three (z.B. von deren grandiosem Werk „Wake Pig“ vom Januar 2006) stammen könnte und spiralartige Rhythmusmantras („Acceptance - Concealing fate part one“, „Eden“), die sich auch auf einem Meshuggah-Output wohl fühlen würden. Alles in allem grundsolide und ansprechend verpackt, mit der kleinen Ausnahme, das einige Passagen allzu gestreckt wirken und weniger geduldige Hörer davon enerviert das Handtuch werfen könnten. Ansonsten haben TesseracT ihre Hausaufgaben gemacht und lassen Innovation auf Kontemplation treffen. „One“ ist sicherlich nicht der neue Messias für das gesamte Genre, aber ein dichtes Konglomerat aus verschiedenen Einflüssen, das seinen Reiz nicht so schnell verliert und genügend eigene Ansätze bietet um nicht möglicherweise als Trittbrettfahrer abgestempelt zu werden.

Anspieltipps:

  • Sunrise
  • Nascent
  • Deception - Concealing Fate Part Two

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