Ira Atari - Shift - Cover
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Ira Atari Shift


  • Label: Audiolith/Broken Silence
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Man erkennt einen Künstlernamen, wenn man ihn sieht. Ira Atari heißt im bürgerlichen Alltag Ira Anika Göbel undhatte in ihrer Jugend klassischen Klavierunterricht. Ohne behaupten zu wollen, dass ihr dieses Training keinen Spaß gemacht hat, ist es auffällig, dass die junge Frau heute einen starken Hang zu elektronischer Musik hat. Auf ihrem Album „Shift“ herrscht absolutes Kontrastprogramm zu dem, was wir als typisch klassische Musik bezeichnen würden. Das geht so weit, dass man sagen darf, dass die junge Deutsche aktueller den Zeitgeist trifft, als es die Popgrößen der Charts tun. Die Frage ist nur, ob Ruf und Musik auch gut genug greifen, um für Erfolg zu sorgen.

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Beginnen wir mit der Schattenseite des Albums: Ira liefert einige, unverschämte Popnummern ab, die sich Cher vor mehr als zehn Jahren schon nicht mehr hätte erlauben dürfen. „Back To Zero“ ist ebenso eine Nummer und bleibt nicht die einzige. Dagegen stehen jedoch viele Nummern, die von Iras frecher Stimme profitieren und sich teilweise beim zurzeit beliebten Dub-Step bedienen. Hier wird auf die Tanzfläche geladen, dass es nur so kracht. Zwar bleibt es ab und an auch atmosphärisch und ruhiger wie in „Don't Wanna Miss You“.

Der Überhit wird vergebens gesucht. Anstatt dessen arbeitet man sich durch die ein oder andere Dance-Pop-Abart („Hang On“) oder solide bis gute Dance-Nummer, deren Haltbarkeit noch lange nicht abgelaufen sein dürfte („Don't Let Me Down“, „Time For Yellow“ oder „Tired“), was bei solcher Saison-Musik allerdings immer schwer zu sagen ist. Ira Ataris Stimme ist zumindest passend für das moderne Dance-Genre. Für Erfolg müsste die junge Frau jedoch auf poppigere Arrangements zurückgreifen. Ob sie diese Aufgabe so gut löst, wie die leider recht unbekannte Laura Kidd ist zwar nicht zu garantieren, doch das Potenzial ist vorhanden.

Was macht man jetzt aber mit diesem Album, dass sich in einem Club, nicht aber in einem Wohnzimmer vorstellen lässt. Die sauberen Nummern, die der Saison entsprechen, machen das Zentrum des Albums aus, doch zu schnell ist Iras Stimme nicht mehr so mitreißend, dass auch alle diese Nummern länger als 5 Minuten im Gedächtnis bleiben. Überhaupt würde der jungen Frau – so anbiedernd das auch wirkt – eine Spur mehr Pop gut stehen, um die Welle Katy Perrys und all den Anderen nutzen zu können. Wenn sie es auch ohne solche Eingeständnisse schafft sich durchzusetzen: umso besser.

Anspieltipps:

  • Tired
  • Don't Let Me Down
  • Don't Wanna Miss You

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