Moonsorrow - Varjoina Kuljemme Kuolleiden Maassa - Cover
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Moonsorrow Varjoina Kuljemme Kuolleiden Maassa


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 61 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

2007 hatte Moonsorrow auf dem brillanten „Viides Luku-Hävitetty“-Silberling das Ende der Welt geschildert. Nach dem Intermezzo „Tulimyrsky“ (2008) wird auf „Varjoina Kuljemme Kuolleiden Maassa“ (dt. „Wie Schatten wandern wir im Land der Toten“) nun ein postapokalyptisches Szenario ausgemalt. Wie bei den deutschen Helrunar wird dabei eine Art Hörspiel mit dazugehörendem handlungstragenden Booklet aufgeführt. Während allerdings Helrunars musikalischer Schwerpunkt auf Black Metal mit Prog-Metal-Einflüssen lag, zelebrieren Moonsorrow eine für ihre Verhältnisse dunkle und aggressive Interpretation von Pagan Metal.

So sind auf „VKKM“ im Verhältnis zu vorherigen Veröffentlichungen die Folkmelodien deutlich zurückgefahren und auch die Choräle haben hier eine deutlich melancholischere Ausstrahlung als es zum Beispiel bei den Feier-Finnen von Korpiklaani der Fall wäre. Dafür nähern sich Moonsorrow im Sound ihren Kollegen Finntroll, Henri Sorvali spielt in beiden Bands Keyboard, an. Eine raue, archaische Produktion wird zudem der Thematik gerecht.

Drei kurze hörspielartige Sequenzen fungieren als Bindeglied zwischen vier 11 bis 16 Minuten langen epischen und abwechslungsreichen Songs. Nimmt der Hörer zu den Sequenzen das kongenial bebilderte Booklet zur Hand, kann er kurze Texte zu diesen lesen. Die Texte treiben die Geschichte voran. Damit wird allerdings nicht nur den illegalen Downloadern, sondern auch den legalen Käufern der MP3-Titel ein besonderer Reiz vorenthalten, denn nur mit Text vermitteln die Sequenzen ihre enorme Wirkung.

Die vier eigentlichen Songs zeigen Moonsorrow auf eine neue Art und Weise. Episch sind ihre Songs weiterhin und auch vor Ideen sprühen sie. Auch der in den letzten Jahren wachsende Anteil an Progressivität wird beibehalten. Allerdings wird, passend zur Thematik, der Folk-Anteil zurückgefahren und in einigen Passagen kommen schwarzmetallische Strukturen zum Vorschein, die man so von der Band noch nicht kennt.

Sicherlich machen es die Finnen ihren Hörern nicht leicht und es wird zwei oder drei Hördurchgänge brauchen, bis das Album sich in Gänze entfacht. Hier liegt auch die Problematik des Werks. Die Lieder sind allesamt für sich sehr gut bis hervorragend, Die Hörspielsequenzen sind es ebenso und die Verbindung zwischen beidem funktioniert auch. Dennoch lässt den Hörer die Geschichte kalt und die erhoffte Wirkung stellt sich nicht oder nur sehr bedingt ein. Dies liegt aber nicht an den durchgehend finnischen Texten, die im Booklet auch auf Englisch gedruckt sind. Vergleicht man es mit der eingangs erwähnten Veröffentlichung von Helrunar, kommt man auf den Schluss, dass diese den Hörer direkter ansprachen, während Moonsorrow dies nicht so direkt schaffen.

Mit „VKKM“ präsentieren Moonsorrow eine Sammlung an sehr guten Songs und interessanten Hörspielsequenzen. Leider haben sie dabei vergessen, dass die Einzelteile noch kein in sich schlüssiges Konzept bieten und der letzte Kniff fehlt entsprechend.

Anspieltipps:

  • Tähdetön
  • Nälkä, vasymys ja epätoivo
  • Kuolleide maa

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