The Tunics - Dabbler´s Handbook - Cover
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The Tunics Dabbler´s Handbook


  • Label: Manta Ray/BMG
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Und wieder vier Namen, die es zu lernen gilt, falls man Fan britischer Rockmusik ist. Joe Costello (Gesang, Gitarre), Scott Shepherd (Bass), James Booth (Keyboards) und Simon Hargreaves (Schlagzeug) halten anscheinend nichts von großen Experimenten, sondern wollen wie die Arctic Monkeys mit den altbekannten Stärken britischer Rockgruppen glänzen. Nach Touren quer durch Europa ist es endlich an der Zeit ein Album herauszubringen, um sich endgültig im Showbusiness zu etablieren. Die Freude bei der Band über diesen großen Schritt ist groß, doch was soll der Hörer davon halten?

Wer ähnlich frischen und modernen Rock wie bei den bereits genannten Arctic Monkeys erwartet, der wird von den scheppernden Gitarren im Auftakt „Berlin“ ein wenig enttäuscht sein. Hier ist doch ein klarer Touch des letzten Jahrzehnts zu erkennen, doch wen nicht stört, dass der Stil der Band nicht gerade den Innovationspreis 2011 absahnen wird, der erkennt hier gleich zu Beginn Songs mit Ohrwurmpotenzial, die das Herz jedes Brit-Rockers höher schlagen lassen sollte. Sei es eher schroff wie der Opener oder fast schon eine Ballade, wie die anschließenden „Help Is On Its Way“ oder „I'm Broke You're Bored“, die sich doch stark auf eine feine Melodie hinter verzerrten Gitarren und krachendem Schlagzeug verstecken. Teilweise wird es sogar kompromisslos kitschig, wenn auch noch Streicher einsteigen und die Gitarren dezent die Klappe halten („Radio“).

Die ruhiger betuchten Nummern sieht die Band anscheinend auch als ihre große Stärke an. Nicht umsonst wird „Low“ die erste Single sein und lädt im Chorus zu Feuerzeug und schwingenden Armen ein. Das erste Mal seit dem ersten Song wird die Band erst wieder in „Shadows“ rockig, doch hier arbeitet der verträumte Gesang gegen die optimistische, aber dreckige Gitarrenarbeit. The Tunics überragen mit ihren Halb- und Vollballaden den Rest des Albums. Ob kitschig „Dear God“), akustisch („A Moment Of Clarity“) oder einfach nur mit zurückgenommener Härte und einer Extraportion Melodie, die Briten versuchen über die Emotionalität zu uns vorzudringen und nicht über einfachen, verspielten Rock. Teilweise ist das bedauernswert, aber die Qualität der ruhigen Stücke ist von einer Qualität, die diesen Umstand zumindest einigermaßen ausgleichen kann. Wer „Berlin“ als Höhepunkt des Albums sieht, wird jedoch zwei Mal über einen Kauf des Albums nachdenken müssen.

Anspieltipps:

  • Berlin
  • Dear God
  • Low

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