Burn - The Truth - Cover
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Burn The Truth


  • Label: Blind Records/Intergroove
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Sänger der neuen Formation Burn aus Münster, Felix Friberg, nennt seine Wurzeln „ganz klar in der Gothikszene“. Das sieht man ihm auch ein bisschen auf den Promobildern an, so mit schwarz geschminkten Augen und den dunklen Klamotten. Musikalisch fasziniert ihn „besonders die Verknüpfung von Gitarren und elektronischen Sounds“. Wenn man zum ersten Mal das Debütalbum namens „The Truth“ seiner Band hört, entfacht die Assoziationskette: Ein Blick in den Pressezettel bestätigt die Vermutung – die musikalischen Säulen Rock und Wave schlagen hier eine Brücke, Fribergs Intonation atmet Robert Smith und auch die Instrumente verweisen immer wieder offensichtlich an The Cure.

Um herauszufinden, wie Burn klingen, muss man sich eigentlich lediglich die erste Single, „Ghost“, zu Gemüte führen, denn sie fasst alle musikalischen Facetten von „The Truth“ zusammen: Die kühle, aber emotional ausladende Stimmung sowie Fribergs leicht belegter Gesang mit Hang zur Hymne. Außerdem ganz allgemein die Saitenarbeit, bei der immer wieder der Gedanke an The Cure („Disintegration“, 1989) wach wird, insbesondere in den Momenten, die nicht so heavy geraten sind (z.B. auch bei „Where Are You“). Und schließlich könnten auch die Streicher des Songs „The Truth“ bei den großen Vorbildern abgekupfert sein. Wie eingangs erwähnt, sieht Sänger Felix Friberg seine Wurzeln klar im Gothik, und irgendwie schwingt dieses Element fast unterschwellig auf „The Truth“ mit. Dies ist kein Wunder, bedenkt man, dass sich für die nachträglich hinzugefügte Keyboardarbeit Henning Verlage, Produzent der erfolgreichen Band Unheilig, verantwortlich zeichnet.

Viel mehr Variation als leichte Tempiwechsel zwischen den Songs und den gelegentlichen Einsatz von etwas kräftigeren Gitarrenriffs haben die Münsteraner Burn leider nicht zu bieten. Das soll aber nicht heißen, dass Felix Friberg (Gesang, Gitarre), Sven Krachten (Gitarre), Felix Flögel (Bass) und Jörg Schwaer (Schlagzeug) per se schlechte Musik machen. „The Truth“ ist viel mehr ein Album geworden, das seine Einflüsse allzu gerne offenlegt und mit Songs bepackt ist, die durchaus auf Größeres hoffen lassen. Denn Songs wie „Ghost“ und „Burn For You“ haben Hitcharakter und sind weder nachlässig geschrieben, noch von Vincent Sorg (Die Toten Hosen, In Extremo) schlecht produziert worden. Sie ergeben aber in ihrer jetzigen Form einfach nicht mehr als die vage Möglichkeit, dass aus Burn irgendwann mal die nächsten Polarkreis 18 oder Unheilig werden könnten.

Anspieltipps:

  • Burn For You
  • Ghost
  • The Truth
  • Where Are You

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