Martin And James - Martin And James - Cover
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Martin And James Martin And James


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Herren Martin Kelly und James O'Neill aus Glosgow, Schottland sind schon seit Kindertagen als Songwriter-Duo unterwegs. Als es mit ihrer Karriere ernst wird, ziehen sie um nach Berlin, wo sie ab 2008 leben, arbeiten und Promi-Songwriter wie Albert Hammond, Iain Archer (Snow Patrol) und Fran Healy (Travis), der auch an einem Song auf ihrem Debüt beteiligt ist, kennenlernen. Inzwischen stehen die Schotten bei Universal Music unter Vertrag und werden als Support von Simply Red, Razorlight, The Fray, Stereophonics, James Morrison, Amy Macdonald und The John Butler Trio auf Deutschlandtour mitgenommen.

Das könnte man durchaus den gezielten Aufbau einer Karriere nennen, wie man es heute immer seltener antrifft, da die meisten großen Plattenfirmen Angst vor solchen Investitionen haben. Dass Universal Music drei Jahre in den Aufbau des Duos gesteckt hat, ist umso ungewöhnlicher, denn der feingliedrige Singer/Songwriter-Folk-Pop von Martin And James kann sich zwar durch schöne Melodien („I was blind“) und geschmackvolle Arrangements („Not alone“) auszeichnen, doch ein Selbstläufer vor dem Herrn ist hinter dem Duo freilich nicht zu vermuten.

Um sich sofort einen Stand im hartumkämpften Musikmarkt zu verschaffen sind die Songs der Glasgower am Ende des Tages eine Spur zu verhalten und vielleicht auch zu anspruchsvoll, wenn es um Popmusik für das Radio geht. Auf der anderen Seite könnten beinharte Verfechter des Singer/Songwriter-Genres den Schotten vorwerfen zu wenig Tiefenschärfe in ihren Songs zu haben und durch die Kollaborationen mit Gary Go („I found you“) und Fran Healy („Waiting”) zu auffällig in Richtung Kommerz zu schauen.

Das Finden einer Schublade für Martin And James ist gar nicht so leicht. Ihre von harmonischem Chorgesang getragenen Songs sind leichtgängig, aber nicht anspruchslos. Die Stücke gehen ins Ohr, können sich aber nicht als Dauerbrenner behaupten. Da bleibt als Fazit fast nur ein etwas unbeholfenes „ganz nett“, wobei ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass ganz nett in diesem Fall nicht die kleine Schwester von Scheiße ist.

Anspieltipps:

  • Tides
  • I was blind
  • I found you
  • Broken sword
  • All over the news

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