Champions - Zeitraffa - Cover
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Champions Zeitraffa


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Musiklandschaft bewegt sich wie im Zeitraffer voran, doch das hindert die Künstler nicht daran, sich musikalisch immer wieder auf zurückliegende Zeiten zu besinnen, alte Trends aufzugreifen und in vermeintlich neue, tatsächlich aber nur leicht abgewandelte Klanggewänder zu stecken.

Auch das als klassische Schülerband im Alter von 15 Jahren in Koblenz angefangene Trio mit dem selbstbewussten Namen Champions (namentlich: Philipp Kölzer, Felix Drachau und Dennis Neuer) bezieht sich stilistisch auf vergangene Zeiten, indem es die minimalistischen Klänge des BritPop und des Indie-Rock aus den Nullerjahren, als Bands wie The Strokes, Franz Ferdinand, The Kooks, Klaxons und Bloc Party der heißeste Scheiß waren, auf ihrem Debütalbum „Zeitraffa” zu einem gefälligen Indie-Wave-Rock-Mix verquirlt.

So gibt Sänger Dennis Neuer auch unumwunden zu, dass das Champions-Debüt mit Zitaten anderer Bands gespickt ist, die das Trio als Inspiration heranzog. Aufgenommen haben die Champions ihren Longplayer auf einem Bauernhof in Fulda zusammen mit Produzent und Toningenieur Kilian Gutberlet (Diego, Blackmail, Cuba Missouri, Long Distance Calling), der aufgrund seiner Erfahrung sicher auch mit darauf achtete, dass sich die junge Band nicht in Zitate verstrickt, sondern eine eigenständige Note in ihrem Songwriting entwickelt bzw. bewahrt. Und so schaffen es die Koblenzer tatsächlich, eine elegant ausgewogene Songsammlung zu präsentieren, die kaum Schwächen offenbart und damit fast über die gesamte Spieldauer zu überzeugen weiß.

Man stelle sich vor, Champions kämen aus Großbritannien. Die Presse würde kein Halten mehr kennen und das nächste große Ding ausrufen. Doch würde man der Band damit einen Gefallen tun? Eher nicht. Trotzdem liegt mit „Zeitraffa” ein unheimlich abgeklärt und fokussiert klingendes Erstlingswerk vor, das als Gesamtpaket aus Musik und Produktion für eine Indie-Veröffentlichung Maßstäbe setzt und selbst europäischen Ansprüchen gerecht wird. Fazit: Von dieser Sorte darf es gerne mehr deutsche Indie-Veröffentlichungen geben!

Anspieltipps:

  • Late
  • Changes
  • Forever young
  • Castle in the sand
  • Moving mountains

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