Noah And The Whale - Last Night On Earth - Cover
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Noah And The Whale Last Night On Earth


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Eigentlich war es Jonah der vom Wal gefressen wurde und nicht Noah, aber das war auch eine ganz andere Geschichte als die von Noah Baumbach und seinem Film „Der Tintenfisch und der Wal“, der den Bandnamen begründet. Der Bandleader Charlie Fink hat eine gewisse Affinität die Welt etwas verdreht darzustellen. Den Trennungsschmerz nach einem Beziehungsende hat er mit dem letzten Album verarbeitet, das sehr gegenläufig zu seiner traurigen Stimmung „The First Days Of Spring“ genannt wurde. Die Zeit der aufkommenden Frühlingsgefühle und der ersten wirklich warmen Sonnenstrahlen auf der Haut sollten vielleicht der lädierten Seele Hoffnung spenden und der Blick auf schönere Tage gerichtet werden. Das neue dritte Album trägt den düsteren Titel „Last Night On Earth“ und es sollte niemanden verwundern, dass die neue Musik eine dem Titel entgegengesetzte Richtung einschlägt. Sie ist wieder deutlich fröhlicher wie einst das Debütalbum. Eigentlich.

Noah And The Whale haben ihre Folk-Rock Wurzeln zum Großteil abgetrennt, dafür sind ganz andere Auswüchse entstanden, nämlich sehr viele elektronische Klänge. Es pluckern überall die Beats, die Synthies winden sich ihren Weg nicht nur durch den musikalischen Hintergrund. Dies wird gleich im eröffnenden „Life Is Life“ deutlich, das einen unbestreitbaren 80er Jahre Charme ausstrahlt und gleichzeitig mit Hintergrundgesängen angenehm eingängig ist. Auch „Give It All Back“ könnte die Zeitreise antreten, es hebt sich aber zusätzlich durch Klänge eines Xylophons hervor, die immer wieder von elektronischen Tönen verschluckt werden. Über fehlende Abwechslung sollte sich keiner beschweren können, ob nun Xylophone, Geigen oder Synthies, die einfachen Kompositionen sind mit vielerlei Extras ausgeschmückt. Das war in dieser Form bisher unüblich bei Noah And The Whale.

Des Öfteren überkommt einen das Gefühl einige Songs oder zumindest Passagen schon ewig zu kennen, ob das nun an den Inspirationen Lou Reed und Tom Waits liegt, sei mal dahin gestellt. Dafür beweist die Band in „L.I.F.E.G.O.E.S.O.N.“, dass buchstabieren richtig melodisch sein kann. Zwar thront der behäbig wirkende Gesang von Charlie Fink einmal mehr über allem, aber es kommen immer wieder Hintergrundgesänge unterschiedlicher Art zum Einsatz, wie in dem langsamen Stück „Old Joy“ mit seinen Gospelartigen Gesängen. In diesem Lied fruchtet die neue Musikformel, denn die entspannte Stimmung kollidiert immer wieder mit einem hochfahrenden Synthieklang, der wie ein Weckzeichen wirkt. Ein gelungenes und nachdenkliches Ende eines sich von den Vorgängern deutlich unterscheidenden Albums.

Anspieltipps:

  • Life Is Life
  • L.I.F.E.G.O.E.S.O.N.
  • Give It All Back
  • Old Joy

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