Debauchery - Germany´s Next Death Metal - Cover
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Debauchery Germany´s Next Death Metal


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Germany´s Next Death Metal“ motherfucking kills!

Es hat sich ausgekillt! Weil sich das Mastermind hinter der deutschen Death-Metal-Institution Debauchery, Thomas Gurrath (Gesang, Gitarre), der als zweites Standbein ein Referendariat am Stuttgarter Hegel-Gymnasium in Ethik und Geschichte ablegte, einen Urlaub für eine Tournee beantragen wollte, musste er sich plötzlich entscheiden: Lehrer oder Musik. Gurraths Vorgesetzte waren nach Bekanntwerden der blutigen Nebenbeschäftigung (Google sei Dank) schockiert und stellten ihm ein Ultimatum: „Sie haben (...) den Nachweis zu erbringen, dass Sie sich von ihrer bisherigen Musikrichtung, insbesondere von gewaltverherrlichenden Liedtexten und pornographischen bzw. gewaltverherrlichenden Darstellungsformen über einen bereits längeren Zeitraum (mindestens 3 Jahre) distanziert haben.“

Die Wahl fiel auf die Musik, Gurrath reichte am 28. März 2010 seine Kündigung ein, schließlich wollte er sich „nicht länger wie ein Aussätziger behandeln lassen.“ In einem Land, in dem so gut wie jeder, der einen Egoshooter zur Unterhaltung spielt, als Killerspieler mit Hang zum Amoklauf stigmatisiert wird, eine verständliche und durchaus nachvollziehbare Entscheidung.

Doch kommen wir zur Musik und somit zu Debaucherys scheinbar bedenklichen Inhalt, der sowieso am besten (Vorsicht: Sarkasmus!) in einem Bad aus frischem Kinderblut zu sich genommen wird. Nach der Fanumfrage zum letzten Album „Rockers & War“ (04/2009), die dazu geführt hat, dass die Platte in einen Hardrock- und einen Metalteil gespalten wurde, ist bei „Germany´s Next Death Metal“ wieder alles beim Alten. Gurrath hat sich Verstärkung mit Dennis Ward (Bass) und Oliver Zellmann (Schlagzeug) geholt, ein paar Glasscherben geschluckt, ausgiebig AC/DCs Soundtrackbeitrag zu „Iron Man 2“ (04/2010) studiert und schon kann das Massaker mit einer wahren Hymne beginnen. „The unbroken“ zeigt Debauchery nämlich nicht nur von einer direkten und eingängigen Seite, die anhand der vorzüglichen Melodie sofort zum Mitwippen anregt, sondern mit der Textzeile „I´m invincible / I´m indestructible / I´m unbreakble / I´m the unbroken“, dass sich Fans auf ihre allerliebste Schlachtbank auch weiterhin verlassen können.

Der Rest ist bekannt. Mal gurgelt Gurrath zu saftig-australischen Bluesrock-Grooves, die eine wilde Nacht Six Feet Under verbracht haben („Warmachines at war“, „Bloodslaughter onslaught“, „Germany´s next death metal“, „Genocider overkill“), schüttelt Blastbeats aus dem Ärmel („Death will entertain“, „Killing is our culture“), mischt schwarzmetallische Schreie in seinen tödlichen Cocktail („Animal holocaust“), bedient sich für den richtigen Kick bei „Take a look around“ („School shooter“), Limp Bizkits Beitrag zu „Mission Impossible 2“ oder schleppt sich zähnefletschend zu seinem nächsten Opfer um es kurz und schmerzlos mit der Kettensäge zu zerstückeln („Zombie Blitzkrieg“, „Armed for apocalypse“). Eingepackt in eine schwüle Produktion ist „Germany´s Next Death Metal“ somit die Vollbedienung für jeden frei denkenden Metalhead. In diesem Sinne: Motherfucking Kill!

Anspieltipps:

  • The Unbroken
  • Death Will Entertain
  • Warmachines At War
  • Armed For Apocalypse

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