Peter, Bjorn And John - Gimme Some - Cover
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Peter, Bjorn And John Gimme Some


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl das schwedische Trio Peter Bjorn And John mit einem unglaublichen Gespür für herzzerreißende Melodien und Pop-Harmonien ausgestattet ist, wie es bei der Herkunft nahezu selbstverständlich scheint, waren sie schon immer mehr, als der Hit „Young Folks“ samt toll animiertem Video 2006/2007 zu erkennen gab. Bereits zwei Alben waren zu dem Zeitpunkt erschienen, ehe der geborene Ohrwurm die Massen begeisterte und das vermeintliche Durchbruchs-Album „Writer's Block“ (2006) zu Lobeshymnen einlud. So richtig sicher konnte man sich nie sein, was Peter Morén, Björn Yttling und John Eriksson als nächstes in ihrer Wundertüte mit dem groben Koordinaten Indie-Pop/Rock bereit hielten. „Seaside Rock“ (2008) war ein Instrumentalwerk, als Vinyl und MP3 veröffentlicht, auf CD nur als Package mit dem in alle Richtungen strömenden Folgealbum „Living Thing“ (2009) erhältlich und nun gefolgt von „Gimme Some“.

Als erstes Album des Trios ist es nicht selbst produziert und gibt sich direkt, ja gelöst. Peter Bjorn And John zeigen sich geerdet und nach ihren Solo-Arbeiten keineswegs blutleer. Auch wenn Björn das zur Zeit heiß diskutierte Lykke Li-Album „Wounded Rhymes“ an den Reglern betreute, lohnt es sich, „Gimme Some“ die volle Aufmerksamkeit zu schenken. In zaghafte Lofi-Klänge getaucht ertönt schon der Opener in beatlesker Harmonieführung, inklusive simplem Schlagzeug-Beat und biederer, aber umso wirkungsvoller Gitarre. Die anfängliche Lauerstellung weicht in „Dig A Little Deeper“ karibischem Flair, das durch tollen Twang in der Gitarre getragen wird, Verfeinerung in Form von Handtrommeln erfährt und nicht zuletzt dank der Gesangharmonien in den güldenen Sixties Pop-Himmel gehoben wird.

Dem Funk nahe steht „Second Chance“ und überlässt der Kuhglocke mal ganz unpeinlich die Bühne, ehe die unbegreifbar fesselnden Konstanten im Sound von Peter Bjorn And John, nämlich rhythmisch kernige Drums, die spielerisch zwingende Gitarre und eine Wonne von Vocals, der Gesamterscheinung songdienlich wie kreativ unter die Arme greifen. Bei so einem Songwriting und akzentuierter Schlichtheit, die stets an den richtigen Stellen mit Ausbrüchen gespickt ist, braucht es keinen offensichtlichen Ohrwurm wie „Young Folks“, wenn doch ohnehin schon jeder Song derart Herz in sich trägt, mit Melodien für die Ewigkeit um sich wirft und zwischen der treffsicheren Pop-Euphorie ein Schleier von Shoegaze („Down Like Me“) und Punkrock („Black Book“) Einzug hält.

Anspieltipps:

  • Dig A Little Deeper
  • Eyes
  • May Seem Macabre
  • Lies

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