Alexi Murdoch - Towards The Sun - Cover
Große Ansicht

Alexi Murdoch Towards The Sun


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Alexi Murdoch ist sowohl schottischer sowie griechischer Abstammung, wurde jedoch in London geboren. Er verbrachte nicht nur in diesen Staaten seine Kindheit, sondern wurde zeitweise auch in Frankreich großgezogen, studierte in den U.S.A., und schreibt seine Songs gerne an der schottischen Westküste auf einem kleinen Segelboot. Rein musikalisch ist er in den Fächern Singer-/Songwriter und Folk beheimatet. Für seine Musik nutzt er z.B. Loop Maschine, Harmonium, Geige und auch Blasinstrumente. Verschiedene Songs seines Debütalbums „Time Without Consequence“ (2006) wurden vielfach für TV-Serien verwendet, z.B. in O.C., California, Dr. House, Grey’s Anatomy oder Scrubs, worauf sich ein Großteil seines Bekanntheitsgrades stützt. Die Mehrheit der Songs des neuen Albums „Towards The Sun“ wurde angeblich in einer Nacht aufgenommen und im Nachhinein z.B. von Jon Natchez (Beirut), Kelly Pratt (Beirut) und Kyle Resnick (The National) bearbeitet. Das alles klingt nach einer Steilvorlage für ein klasse Folk-Album. Doch leider ist „Towards The Sun“ ein eher durchwachsenes Stück Musik geworden, auf welchem man leider nicht die möglichen Einflüsse seines Werdegangs nachhören kann.

Handwerklich ist an den sieben Songs jedoch erst einmal nichts auszusetzen: Murdoch zupft größtenteils an einer Akustikgitarre („Towards the Sun“, „Some Day Soon“, etc.), spielt aber auch mal Ukulele („Crinam Wood“). Angenehm warm erklingt seine Stimme, mit der er seinen Gesang jedoch nicht sonderlich abwechslungsreich gestalten kann. Vielmehr verbleibt er bei den Songs durchgängig in einer Tonlage. Auch die Lieder bleiben zumeist im selben, gemächlichen Tempo. Die eingangs erwähnten Instrumente werden dabei so stark in den Hintergrund gemischt, dass sie kaum auffallen und dadurch quasi lediglich ein wenig atmosphärischen Unterbau zu den Songs beitragen. An dieser Stelle sind eigentlich auch schon alle Schwachstellen von „Towards the Sun“ freigelegt: Murdochs Stimme ist zwar charmant, besitzt jedoch keinen Erinnerungswert. Die Songs sind im Grunde solide, verharren jedoch in ihrer Ausgangsidee und entwickeln sich kaum weiter. Zudem formt Murdoch keine einprägsamen Melodien, was insbesondere Lieder wie „At Your Door“ oder „Her Hands Were Leaves“ leicht vergessen lässt. Es sind die Details, wie die bedächtig im Hintergrund schwingenden Bläser bei „Towards the Sun“ und „Slow Revolution“ die diese Songs vor der puren Beliebigkeit retten.

Gutes Gegenbeispiel und bester Song des Albums ist „Some Day Soon“, wo sich leichte Percussion bemerkbar macht, Murdoch etwas enthusiastischer singt und sich nach und nach verschiedene Instrumente (z.B. Klavier) und weiblicher Harmoniegesang in den Mix schleichen. Es ist gut möglich, dass Alexi Murdoch auf einer Bühne, wenn er seine Instrumente bedient, spannender anzuhören ist. „Towards The Sun“ hat in dieser Form jedoch einfach nicht viel zu bieten, was es eigenständig erscheinen lässt. Es wirkt so, als hätte diese Songs auch irgendein anderer Künstler des Fachs singen können. „Crinam Wood“ oder „Slow Revolution“ wirken unnötig monoton und langatmig, denn Alexi Murdoch entwickelt diese Songs auf bis zu acht Minuten Länge nicht viel weiter. Am Ende fällt es dann schwer, das eine Lied vom anderen zu unterscheiden. Heimlicher Star des Albums sind auf jeden Fall die subtilen Arrangements, die das durchschnittliche Songwriting etwas kompensieren. Somit ist „Towards the Sun“ zwar ein angenehmes, handwerklich solides aber über weite Strecken zehrendes und schlussendlich eher mäßiges Album.

Anspieltipps:

  • Towards the Sun
  • Some Day Soon
  • Through the Dark
  • Crinam Wood

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
Diskutiere über „Alexi Murdoch“
comments powered by Disqus