Friska Viljor - The Beginning Of The Beginning Of The End - Cover
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Friska Viljor The Beginning Of The Beginning Of The End


  • Label: Haldern Pop Recordings
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sollten FV auf dem nächsten Festival auftreten, wird man ganz sicher sicher auch dein Tanzbein im Sonnenschein über den Rasen schwingen sehen.

Die Schweden Joakim Sveningsson und Daniel Johansson alias Friska Viljor haben sich in Anspielung an ihr letztes Album „For New Beginnings“ für ihr viertes einen verschmitzten Titel einfallen lassen: „The Beginning Of The Beginning Of The End“. Man lasse sich hier lieber nicht verwirren. Denn auch der Pressetext führt an der Nase herum und möchte einem den hörbaren küstlerischen Stillstand gerne als Weiterentwicklung verkaufen: Demnach schlägt das Duo „eine neue Seite auf und die Frauen sind nicht mehr Probleme, sondern werden als inspirierende Musen gefeiert.

Dass Friska Viljor thematisch damit allerdings keineswegs neue Wege beschreiten, sollte jedem klar sein, dem die Band geläufig ist. Auch in diesem Jahr gibt es wieder Zeilen zu hören wie: „Instead I feel I’m missing something today / Maybe I need to out and get laid / No, I need something that can bring me more / Someone who has all the things I’m falling for“. „Statt, wie beim Erstling fröhliche Musik zu traurigen Texten und umgekehrt, haben wir jetzt die Melancholie der Texte mit trauriger Musik verstärkt – und umgekehrt...“. Auch musikalisch heißt es also auf den Punkt gebracht: Friska Viljor bleiben sich treu.

Doch das macht im Falle von „The Beginning Of The Beginning Of The End” eigentlich nicht viel aus, schließlich präsentieren einem Friska Viljor alles andere als altbackenes Brot. Album Nummer 4 mag noch etwas klarer produziert sein als „For New Beginnings“ und geht nochmal einen kleinen Schritt weiter in Richtung Pop – „The Beginning Of...“ präsentiert sich jedoch so vielfältig und aufgeschlossen wie und je: Das fängt schon bei der Eröffnungnummer „Larionov“ an, wenn man von einer hyperaktiven Bläsersektion überfallen wird, die einen bei Hand und Fuß packt und nicht wieder loslässt. Nach einer so aufrüttelnd fröhlichen Folk-Pop Nummer, die so nur von nordischen Küstenmenschen geschrieben werden kann, nimmt man bereitwillig auch noch die ganzen Mandolinen, Ukulelen, Gitarren, Orgeln, Glockenspiele und Akkordeons mit, die ganz sicher folgen werden.

Wenn die beiden Musiker wieder so hoch singen, dass es beabsichtigt schräg klingt und dann bei „Malou“ auch noch dreist das „nanana“ von Elton Johns „Crocodile Rock“ klauen, hellt das einfach jede noch so trübe Tasse auf. Doch es geht auch anders: Beim Schunkler „You Meant Nothing“ liegt man sich noch gröhlend in den Armen, bevor es beim ernsthaft traurigen „Useless“ dann doch noch besinnlich wird. Das Stück beginnt lediglich mit Akustikgitarre und Gesang: „Oh, how I miss you“. Es folgen vorsichtig Klavier, Schlagzeug, Bläser und Backgroundchöre. So viel Gefühl hätte man Friska Viljor gar nicht zugetraut.

Lieder wie das wippende „What You Gonna Do?“ treiben einem die Melancholie jedoch ganz schnell wieder aus. Schließlich fühlt man sich bei „You Really Think You Could Change?” in die Saloonparty eines Westernstreifens versetzt. Ein paar eher mittelmäßige Songs wie wie „Come On“ oder „Passionseeker“ ziehen den Schnitt zwar leicht nach unten, am Ende steht jedoch ein durchweg unterhaltendes, meist ansteckend fröhliches Album. Friska Viljors Musik bleibt eben die, zu der sich fröhlich die Krüge gereicht oder mit einem bitteren Lächeln die verflossene Liebe besungen werden kann. Und sollten sie auf dem nächsten Festival auftreten, wird man ganz sicher sicher auch dein Tanzbein im Sonnenschein über den Rasen schwingen sehen.

Anspieltipps:

  • Larionov
  • My Thing
  • Useless
  • Did You Really Think You Could Change?

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