IAMX - Volatile Times - Cover
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IAMX Volatile Times


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer ist IAMX? Klingt nach einem spannenden Rätsel, doch Chris Corner hat das Rätsel um sein Alter Ego vor geraumer Zeit gelöst. Ratespiele um seinen Namen hat der gute Mann auch gar nicht nötig, wenn man auf seine bisherige Diskografie schaut. Der Brite erfreut sich an nahezu durchgehend guten Kritiken auf der ganzen Welt und sorgt mit seinem modernen Electro-Pop für volle Clubs, Lounges und Wohnzimmer. Wer auf kunstvolle Gewummer abseits von Frauenarzt oder DubStep sucht, der ist bei IAMX an der richtigen Adresse. Pompös, abgehoben und ganz sicher nicht jedermanns Sache. Ein wenig das Äquivalent zu Polarkreis 18 vor ihrem durchschnittlichen Neuwerk „Frei“.

Als ob man einen Teufel mit vorigen Worten heraufbeschwört hätte, fängt das Album von IAMX richtig enttäuschend an. „I Salute You Christopher“ hat zwar eine ganz nette Melodie, aber das ändert nichts daran, dass sich der Opener wie eine überlange Einleitung anfühlt. Eine Piano-Ballade ohne Höhepunkte ist nicht unbedingt das, was man von einer Electro-Hoffnung erwartet. Unerwartet aber enttäuschend gehen die ersten Minuten also am Hörer vorbei und auch „Music People“ weiß noch nicht den richtigen Ton zu treffen. Zwar gibt es hier endlich eine wahre Flut an Synthesizer-Klängen, die sich mit ihrem bedrohlichen Unterton und den mysteriösen Zwischenklängen über das ganze Album zeigen wird, doch an der richtig guten Melodie, sowie dem ausgeprägten Einsatz der angesprochenen Elemente fehlt es auch in der zweiten Nummer. Erst gegen Ende wird der Rhythmus des Liedes merklich erhöht, doch anstatt einer möglichen Wandlung zu Electro-Techno klingt der Song einfach aus.

Da dann doch lieber den Titeltrack, der dem Album endlich den nötigen Kick verpasst! „Volatile Times“ bietet all das, wofür Fans ihren IAMX lieben. Wer hier nicht beim ersten Mal mitsummt und kein Zucken in den Füßen verspürt muss elektronische Musik auf das Böseste verachten. Hier stimmt alles: Die Elektronik ergibt nicht einfach nur einen Brei, wie in „Music People“, sondern eine Single, die auf ihrem Gebiet Ihresgleichen sucht. Wem der Titelsong gefällt, der bekommt mit „Ghosts Of Utopia“ und „Cold Red Light“ noch zwei richtig gute Electro-Pop-Lieder, wobei besonders letzterer mit richtig gutem Beat auftrumpfen kann. Als I-Tüpfelchen gibt es noch das wütend-verrückt-verdrehte „Into Asylum“, welches seinem Namen mehr als gerecht wird.

Die zweite Hälfte des Albums wird von ruhigen Stücken bestimmt, die sich zwar keine Blöße geben, mit ihrer Ruhe allerdings nicht wirklich etwas auszudrücken wissen. „Commanded By Voices“ bekommt den Sex und die Lust am Tanzen noch in einer Art zum Ausdruck, die sich nichts vormachen lässt, doch „Dance With Me“ ist mehr ein Effektspektakel ohne Hand und Fuß, während „Fire And Whispers“ sich nicht auf Gefühl oder Coolness einigen kann. So stehen sich die ruhigen Momente des Albums teilweise selbst im Weg, wobei sie allerdings keine Ausfälle darstellen. Allerdings wünscht man sich von IAMX mehr als Mittelmaß. Einzig „Bernadette“ erhebt sich wirklich über alle Zweifel und sorgt mit Gypsie-Electro für richtig gute Laune und weitere Abwechslung.#

Mit dem ruhigen, sehr britischen „Oh Beautiful Town“ klingt das Album aus und man fragt sich, warum der Opener nicht auch schon so sein konnte. Hier vergibt man heruntergeschraubte Elektronik, die aber immer noch Ton gebend ist, für eine Brit-Pop-Nummer der ganz großen Tour. IAMX schafft es zumeist die richtigen Töne zu finden und besonders, wenn der Beat zum Tanzen einlädt darf der Brite sich zur Oberschicht zählen. Allein die ruhigen Momente des Albums wirken ziellos, wenngleich sie einer breiteren Masse zugänglich sind. Doch im Ernst: Wer etwas kauft, wo ausdrücklich „Electro“ auf der Packung steht, der sollte sich auf die Beats in „Cold Red Light“ & Co. freuen und nicht jammern.

Anspieltipps:

  • Cold Red Light
  • Bernadette
  • Into Asylum

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