Blackguard - Firefight - Cover
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Blackguard Firefight


  • Label: Victory Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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1/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Normalerweise ist der Ausspruch „Mir bluten die Ohren“ im Bezug auf extremen Metal meist positiv gemeint und mit einem genialen Massaker für Leib und Seele gleichzusetzen, dessen brutalle und kompromisslose Durchtriebenheit von einer anderen Band oder einem anderem Künstler nicht so schnell zu wiederholen ist. Bei Blackguard und ihrer neuesten, ähem, Errungenschaft namens „Firefight“ ist das allerdings zu 100 Prozent negativ gemeint, denn nach 43:32 Minuten dieser absolut willkürlichen Aneinanderreihung von Samples, Doublebassattacken, aufjaulenden Gitarrenriffs, unaushaltbarem Gekreische und spröden Growls ist die Geduld des ehrenwerten Rezensenten zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren am Ende und kurz vor der Hälfte der Platte muss eine Zwangspause eingelegt werden.

Dabei schien vor zwei Jahren für Paul Zinay (Gesang), Terry Deschenes (Gitarre), Kim Gosselin (Gitarre), Etienne Mailloux (Bass) und Justine Ethier (Schlagzeug) alles (zumindest auf dem Papier) äußerst glatt zu laufen. „Profugus Mortis“ (03/2009) wurde bei Nuclear Blast veröffentlicht und mit ihrer gewöhnungsbedürftigen Mischung aus Folk, Power und Death Metal konnten erste Fans außerhalb Kanadas gewonnen und die ersten Schritte im Metalzirkus getätigt werden. Kurz danach war der Traum der noch sehr frei und ungezügelt agierenden Truppe wieder geplatzt, der Deal mit Nuclear Blast futsch und für „Firefight“ musste ein neues Label her, das ein paar Kategorien tiefer mit Victory gefunden wurde.

„Hätten die Kanadier nur nie unterschrieben“, möchte man am liebsten lauthals nach dem ersten Durchgang dieses zweifelhaften Machwerks aus dem Fenster oder in die Boxen schreien. Hat aber alles keinen Sinn und „Firefight“ wird dadurch nicht besser. Wo andere Bands nach drei, vier Prügelattacken eine kurze Verschnaufpause einlegen, fangen Blackguard erst an die Daumenschrauben anzulegen um noch einen Gang höher zu schalten. Das ist gemeinsam mit den auf Knopfdruck abrufbaren Chor-Samples, die quer durch das gesamte Album in geradezu überflüssiger Art und Weise eingesetzt werden, dem permanent hohen Lautstärkepegel und der gähnend-langweiligen, weil absolut monotonen Struktur der Songs unaushaltbar und eine einzige Folter für die Ohren. Finger weg!

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