Stephan Sulke - Enten Hätt' Ich Züchten Sollen... - Cover
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Stephan Sulke Enten Hätt' Ich Züchten Sollen...


  • Label: Glor Music Production/WEA
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der deutsche Liedermacher Stephan Sulke (67), geboren als Kriegskind in China (!) und später hauptsächlich in der Schweiz aufgewachsen, gehört in der öffentlichen Wahrnehmung zu der Sorte leicht skurriler Künstler, weil er nie einen geradlinigen, leicht ausrechenbaren Weg gegangen ist und seine Songs ganz gerne wundersame Geschichten erzählen. In Sulkes Lebenslauf stehen Stationen als Jurastudent in Zürich und Bern, er veröffentlicht seit seinem 20. Lebensjahr Lieder (zuerst in englisch und französisch unter Pseudonymen), er leitete sein eigenes Tonstudio, baute technische Geräte für Rundfunksender, komponierte u.a. Songs für Erika Pluhar, Katja Ebstein und Herbert Grönemeyer, arbeitete in einem Architekturbüro und hatte Ausstellungen als Bildhauer und Maler.

Mit seinem neuen Album „Enten hätt’ ich züchten sollen...“ (ein waschechter Sulke-Titel, wie es sich gehört!) legt der Sänger und Songschreiber ein gediegenes Werk vor, das sich ganz dezent zwischen den musikalischen Polen aus Chanson, Songwriter-Pop, Jazz, Blues und so weiter bewegt und dabei durch sein unaufdringliches Wesen auszeichnet. Sulke bietet eben Musik für Erwachsene, was sich auch in seinen Texten widerspiegelt, die oft unkonventionell und von einer nicht alltäglichen Poesie gezeichnet sind.

So fällt Sulkes Aufruf an die Formatradiomacher entsprechend subtil und verschmitzt aus („Hey Mister Radiomann“), während er mit seiner Stimmlage an anderer Stelle fast schon in Udo-Lindenberg-Regionen abrutscht („Sie hat mich bloß mit einem Lächeln angefasst“). Ein bisschen Romantik kann ebenfalls nicht schaden („Oktober Abendrot“, „Ich brauche dich“), auch wenn dies an einigen Stellen vielleicht einen Tick zu speziell klingt („Ich lieb dich wie blöde“). Als leicht kauziger Gegenpart zu Deutschlands üblichen Liedermacher-Verdächtigen ist und bleibt Stephan Sulke auch heute noch eine interessante, wenngleich nicht massentaugliche Alternative. Aber das darf auch kein Maßstab für Kunst sein.

Anspieltipps:

  • Denk an mich
  • Ich brauche dich
  • Oktober Abendrot
  • Das muss doch gehn
  • Enten hätt’ ich züchten sollen...

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