ClickClickDecker - Du Ich Wir Beide Zu Den Fliegenden Bauten - Cover
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ClickClickDecker Du Ich Wir Beide Zu Den Fliegenden Bauten


  • Label: Audiolith/Broken Silence
  • Laufzeit: 65 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwischen nach oben wie unten ausschlagenden Polen auf der Qualitätsskala, bewegt sich das erste Live-Album von ClickClickDecker insgesamt über dem Durchschnitt.

ClickClickDecker ist nicht nur auf dem ansonsten für Dance/Electro bekannten Hamburger Label Audiolith Records eine spezielle Angelegenheit. Auch mit seinen bisher drei Alben stellt der in Berlin geborene Kevin Hamann (u. a. noch bei Bratze tätig) einen Sound dar, der ungemein mitreißend und weitblickend dem Gros der Singer/Songwriter-Gelehrten entwachsen ist. Da kann man sich auch schon mal ein Live-Album gönnen, obwohl ClickClickDecker selbst gar kein Freund dieses Formats ist. Es waren die besonderen Umstände, die es ihm wirkungsvoll angetan haben und nun die Hörer verzücken soll. Vom NDR während des Reeperbahn Festivals 2009 im unvergleichlichen Ambiente der Fliegenden Bauten mitgeschnitten, sind es neu arrangierte, reduzierte Versionen der bekannten Stücke, welche vom vielseitigen Musiker Oliver Stangl ausgeschmückt werden.

Dabei fallen vor allem die prägnanten Breakbeat-Elemente, grundiert vom wunderschönen Gitarrenlauf und farbenfrohen Percussions, in „Wer hat mir auf die Schuhe gekotzt“ auf, der ewige Hit „107 leider unvermittelbar“ bleibt dagegen hinter seiner gewohnten Wirkung zurück. Klar ist er textlich vor allem für Hamburger eine kleine Offenbarung, nur die allzu schunkelnd-liebliche Instrumentierung nimmt ihm die Prägnanz und schlägt unangenehm in ZDF Fernsehgarten-Idylle auf. Bezeichnend, dass Kevin nach dem Song fast entschuldigend darauf hinweist, wie es sich dabei um ein Experiment handelt.

Zwischen diesen nach oben wie unten ausschlagenden Polen auf der Qualitätsskala, bewegt sich das erste Live-Album von ClickClickDecker insgesamt über dem Durchschnitt und gibt darüber hinaus ein tolles Zeugnis seiner textlichen Fähigkeiten ab, die den Hörer mitnehmen, ihm Raum für Interpretation lassen, gern aber auch zupacken, aufmuntern. Musikalisch bleibt es beim Experiment, welches die Wartezeit bis zum nächsten Longplayer nur schwer überbrücken kann und trotz der teilweise gelungenen Ideen die Studioversionen vorziehen lässt.

Anspieltipps:

  • PT 82 oder das Paarungsverhalten der CT Serie
  • Händedruck am Wendepunkt
  • Kümmern wir uns durch die Jahre
  • Wer hat mir auf die Schuhe gekotzt

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